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und geht…

Kleines Lexikon zu „Sein und Zeit“

 

Wichtige BegriffeErläuterungen
Seinder Begriff ist dunkel, undefinierbar, selbstverständlich
„Sein ist das Sein eines Seienden“; „Sein in einer Welt“;
mein Sein; steht immer im „Seinsverhältnis“
Sein vom Dasein her zu denken nennt man Existenz
In-der-Welt-seinzum Dasein gehört wesenhaft: Sein in einer Welt
1.“in der Welt“
2.“das Seiende“
3.“das In-Sein“
In-SeinVorhandensein ist nicht Dasein
DaseinDasein…versteht sich immer aus seiner Existenz…der Möglichkeit seiner selbst, es selbst od. nicht es selbst zu sein.
Dasein ist eine Seinsart des Seienden,
das alltägliche Dasein
Das „Wesen“ des Daseins liegt in seiner Existenz
Der Mensch ist seine Möglichkeit! → Dasein ist Möglichkeit
SeinsweisenWeisen des Seins → Dasein
durch die Seiensweisen unterscheiden sich alle Seienden
SeiendesDas Sein, darum es diesem Seienden in seinem Sein geht,
ist je meines.
SeinsmodusErkennen ist ein Seinsmodus des Daseins
Seinsverhältnis„Das Selbst ist ein Selbstverhältnis“ (Kierkegaard)
ontischals seiend, unabhängig vom Bewusstsein existierend verstanden; dem Sein nach
ontologisch„Das Ist„; etwas ist; ich bin; „Jedes Fragen ist ein Suchen“
ExistenzIch verhalte mich zu meiner Existenz / Sein (Existenz)
Dasein → Existenz, es selbst od. nicht es selbst zu sein
ExistenzialFragen nach der Existenz
die Weisen zu sein → Existenziale
Merkmale des menschlichen Daseins
KategorieRaum, Ort, Zeit
Kategorien gehen auf Vorhandenes- Dinge → nicht Dasein
Dingdenkt Heidegger mit den Dingen Seiendes,ohne in bloße, seinslose Vorhandenheit zu verfallen
Zeugwas Zeug zu Zeug macht, der Zeughaftigkeit
Zeug ist nicht allein, immer nur in Relation
(keine Nadel ohne Faden…)
ZeughaftigkeitSeinsdinge in der Welt – Zeug
Sorge„Sorge“ um sich selbst; Sorge ohne Zeitlichkeit ist sinnlos
Besorgen ist Aktivität der Sorge(mit Zeitlichkeit)
herstellen von etwas (Weisen des Besorgens)
EigentlichkeitEigentlichkeit bezeichnet eine Wahl zu haben, im Gegensatz zum durchschnittlichen Verhalten in der Welt.
UneigentlichkeitSeinsmodi, Loslösung zum „man“; ohne Wahl
DefizienzMangel(haftigkeit)
Zuhandenheit„Zuhandenheit ist die ontologisch-kategoriale Bestimmung von Seiendem, wie es ‚an sich‘ ist" (SZ S. 71) ; Zuhandenheit erschließt sich dem Dasein im praktischen Umgang mit dem Zeug
Vorhandenheitdas In-der-Welt-Sein stiftet einen vorgängigen Bezug;
Vorgängigkeit des Bezuges von Welt und Dasein
Verweisungwenn Zuhandenes beschädigt oder unbenutzbar ist: Wenn der Bleistift zerbrochen, die Schere stumpf ist. Das Um-zu der Dinge ist in ihrem Verweisen auf ein Dazu gestört.
BewandtnisWas hat es mit etwas auf sich; z.B. ein Raum ist die
Bewandtnisganzheit des Zeugs dieses Raums
Weltmäßigkeit der Welt
von Rainer, 13.05.2016

 

 

 

 

7. Weltmäßigkeit der Welt

Veranstaltung vom 26.05.2016

von Andrea

Zum Auftakt gab es eine Erläterung von Herrn Dr. Thomas zum „Eichhörnchen“:

( zur Erinnerung:

an der Aussage: „das Eichhörnchen ist ein Seiendes, welchen nicht Dasein ist“ hatten sich Zweifel angemeldet, weil das Eichhörnchen aufgrund seiner Vorsorge für den Winter ein Sein zu sein scheint, zu dem der Modus des „Besorgens“ gehört)

a ) Natur beachten

  1. b) Natur ausbeuten
  2. a) und b) sind formal Standpunkte

genauso sind:

  1. a) Das Eichhörnchen ist ein Seindes von der Art des Daseins
  2. b) das Eichhörnchen ist kein Dasein

(a und b) ebenfalls Standpunkte

solche Thesen kann das Eichhhörnchen nicht aufstellen;  nur das Seiende, welches Dasein ist, kann Standpunkte wie o.a. einnehmen.

Wiederholung der letzten Stunde

 Heidegger unterscheidet bei der Seinsart von Zeug zwischen Zuhandenheit und bloßer Vorhandenheit abzugrenzen. Die Zuhandenheit erschließt sich dem Dasein im praktischen Umgang mit dem Zeug (Schreiben mit Papier und Stift, )

(SZ S 70) Natur ist nur noch vorhandenes, Seiendes noch nicht zuhandenes

Wir erörtern noch einmal das Thema der Natur als „Feind“ (verstehe ich allerdings erneut nicht recht)

Weiter in Sein und Zeit

SZ § 16, S. 72 ff

Zum Vorschein kommen der Weltlichkeit

Heidegger fragt, ob dem Dasein die Weltlmäßigkeit der Welt, also die Verweisungsganzheit, in ihrem praktischen Weltbezug bewusst werden kann. Sie kann:

Die Weltlichkeit der Welt meldet sich nämlich dann, wenn Defizienz im Verweisungscharkter des Seienden entsteht, dies kann sich in den folgenden 3 Modi des Besorgens zeigen

– bei Unverwendbarkeit

– bei Fehlen

– bei im-Wege-liegen

wird der Verweisungcharakter des Seienden, also das Um-zu der Dinge, in ihrem Verweisen auf ein Dazu, gestört

so wird der Verweisungszusammenhang für das Dasein ausdrücklich. Das Zuhandene kommt in den Modus der Aufdringlichkeit

SZ § 17 S. 76 ff

Heidegger erläutert das Phänomen des Verweisens anhand einer Analyse des Zeichens. Zeichen ist Zeug, dessen Zeugcharakter im Zeigen liegt (z. B. ein Blinker am Auto).

 Das Zeichen steht aber nicht mit einem anderen Ding in Beziehung, sondern hebt die Zeugganzheit (z. B. den Zusammenhang von Verkehrsmitteln und -regelung) in die Umsicht.

Zeichen als Zuhandenes lassen die ontologische Struktur der Verweisungsganzheit erkennen, nehmen aber zugleich aus dieser ihre Bedeutung.

6.1.2 Die Natur als das „Andere“, das „Feindliche“

von Andrea

Das Thema Natur als „Feind“ , hatten wir  bereits nach der vorletzten Philosophiestunde zu dritt diskutiert und unsere Gedanken ausgetauscht. Ich kann aber die Idee von „Natur als Feind“  auch nach Erläuterungen von Dr. Thomas in der letzten Stunde nicht teilen. Selbst die giftigen Frösche am Amazonas überzeugen mich nicht.

Vermutlich muß ich Dich erneut enttäuschen, wenn ich gleich wieder sehr formal beginne.

Ob jemand etwas oder jemanden mein Feind ist, ist ganz subjektiv. Das zeigt auch die Herkunft des Wortes : Feind (von althochdeutsch fiant, vint: „Hass“). Eigentlich kann man darüber gar nicht diskutieren. Denn wie ich jemandem oder etwas gegenüber fühle, ist nicht verallgemeinerbar oder gar veri-oder falsifizierbar.

Für mich ist Natur weder Feind, noch Freund. Sie steht manchmal meinen Vorstellungen entgegen, manchmal entspricht sie ihnen. Ich kann allerdings „Natur“ nicht denken, ohne mich, meinen Körper, einzubeziehen. Das Gehirn, das den Gedanken produziert bzw. als Medium für diesen agiert ist, will nicht Natur sein? Finde ich komisch! Wenn ich Natur als „Feindin“sehe, müßte ich aus meiner Sicht auch meinen Körper (eigentlich auch mein Denken) als Feind zu betrachten. (es kommen gleich Assoziationen zur Leibfeindschaft im Christentum auf, gefällt mir nicht!).

Ich teile auch nicht den Gedanken, die Natur könne im Widerspruch zum Leben stehen. Sie bringt unablässig Leben hervor oder ist vielleicht sogar mit diesem identisch. Sie „fragt nur nicht so einzeln nach den Leuten“ (Benn). Wer je Kompost zubereitet hat, glaubt an das ewige Leben, aber nicht das individuelle. Das Leben wechselt unablässig die Form; eines lebt vom anderen und dient dem anderen wiederum als Nahrung. Das sieht man doch. Die Natur scheint dem Individuellen nicht viel Bedeutung zuzumessen. (ist das Feindschaft?)

Ich denke, die Vorstellung von Natur als Feind ist nützlich, um deren ekzessive Ausbeutung zu rechtfertigen. Dabei glaube ich nicht, dass wir die Natur schützen müssen. Die weiß allein ganz gut für sich zu sorgen(s.Tschernobyl).  Vielmehr führt die Feidschaft zur Natur dazu, dass wir unsere Lebensgrundlagen zerstören und damit unserer eigenen Art feindlich gegenübertreten.

Wenn wir den Feind Natur zerstören, zerstören wir uns selbst. Das sagst Du ja auch in These 3). Es zeigt mir erneut, dass der Grenzverlauf zwischen mir und Natur so einfach in Feind/Freundkategorien nicht auszumachen ist.

Zum Abschluss ein Zitat von Nietzsche:

„Hinter deinen Gedanken und Gefühlen, mein Bruder, steht ein mächtiger Gebieter, ein unbekannter Weiser – der heisst Selbst. In deinem Leibe wohnt er, dein Leib ist er. Es ist mehr Vernunft in deinem Leibe, als in deiner besten Weisheit.“(Also sprach Zarathustra, Kapitel 15)

6.1.1 Der Text „Natur ein Mißverständnis“ ist kein Denken im Sinne Heideggers

von Andrea

Der Text „Natur ein Mißverständnis“ ist kein Denken im Sinne Heideggers

Wie bereits gesagt,  gab es in der letzten Seminarstunde eine spannende Diskussion zu der Frage, ob Heideggers Denken , welches zwischen „Dasein“ als dem Sein des Menschen und sonst „Vorhandenem“ unterscheidet, dazu führen kann, dass die Natur gering geachtet wird, weil sie nur als „Zeug“, das nur im Verhältnis zum Menschen „ist“ betrachtet wird .

Nach der Lektüre des Textes  „Natur ein Mißverständnis“  müßte ich die Frage ggf. für den Fall bejahen, dass dieser im Sinne Heideggers argumentiert.

Der Text fragt:  „was ist Natur?“ Er stellt dann verschiedene Thesen auf, dahingehend, dass diese eine „Gegenmacht“, ein „Feind“ des Menschen sei, welche/n dieser sich „untertan“ mache. 

Würde man diese Thesen bejahen, wäre man aus meiner Sicht eher bei  einem Denken in der Tradition der Aufklärung, die von einem erkennenden Subjekt ausgeht, als bei Heidegger . ( Nach Horkheimer und Adorno verhält sich die Aufklärung zu den Dingen (zur Natur) wie ein Diktator zu den Menschen: „er kennt sie, sofern er sie manipulieren kann“.) Und dieses Denken hat ganz sicher zu einer Naturzerstörung in großem Maßstab geführt, wie wir heute sehen.

Aber denkt Heidegger so?

Heidegger spricht nie vom Verhältnis des Menschen zur Natur, sondern vom Verhältnis es Daseins zu dieser.  Aber er geht in „Sein und Zeit“ nicht von einem erkennenden Subjekt aus, sondern von einem verstehenden Dasein.  Er fragt nach den sinnhaften Bezügen, die die Dinge in der Welt haben und wie „Dasein“ diese versteht. Das Sein der Dinge und des Daseins wird auf seinen Sinn hin befragt.

Das Dasein ist aber nicht „der Mensch“ sondern dessen Sein. Wäre es der Mensch, so wäre es kein Sein sondern ein Seiendes. Das wäre nicht im Sinne der ontologischen Differenz. Also können die Thesen im Text „Natur ein Mißverständnis“ nicht im Sinne Heideggers sein.

Das Verhältnis des Seins, das sich zu sich selbst verhält, zur Natur ist ein fragendes nach dem Sinn von Sein und kann vielleicht nach Abschluss der Lektüre von „Sein uns Zeit“  beantwortet werden- Wenn überhaupt je.

6.1 „Natur“ – ein Missverständnis?

solo3

von Rainer

Vorausbetrachtung:

Was könnte Natur sein?

            z.B. alle Materie und Energie (inkl. Mensch und Maschine)

 

Ausgangspunkt:

           –  Natur macht Leben möglich (z.B. Biologie, Nahrung usw,)

           –  Natur ist Widerspruch zu Leben (Klima, Erdbeben, Krankheit usw.)

 

Natur als Skala zwischen Leben und Tod (menschliche Perspektive)

            Mensch ergreift Besitz von der Natur (Vereinnahmung wird größer)

            Reste von „natürlich belassener Natur“ werden kleiner.

 

Der Ausschlag auf der Skala in die eine oder andere Richtung führt zu dem Verlangen einen Ausgleich zu erwirken. Für den Menschen bedeutet das, den Einsatz von Kreativität um das Defizit zu besiegen und „Freiraum für den Winter“ zu erlangen (eine Art pathologischem Zustand: Krankheit besiegen und Gesundheit erzeugen!)

 

  1. These: Die Natur(-macht) ist für den Menschen Gegenmacht (Feind?)
  2. These: Der Mensch macht sich die Natur untertan –                                                                                                    er beutet sie aus, vernichtet per Intellekt ihre „Natürlichkeit“          
  3.                                  → wird zu ihrem größten Feind.
  1. These: Durch diese „Feindschaft“ bleibt die Natur „Feind“, die es zu besiegen gilt…                                                                      und wenn es den eigenen Untergang bedeutete!

 

Der Mensch kann Natur nicht von außen betrachten, da die „natürlichen“ und die „vereinnahmten“ Anteile ein Ganzes  ergeben, aus dem der Mensch nicht aussteigen kann.

 

Das „Sein“ des Menschen, hier sein „Dasein“ ist nur mit der „Natur zu denken.

„Im gebrauchten Zeug ist durch den Gebrauch die »Natur« mitentdeckt, die »Natur« im Lichte der Naturpro-dukte.“(SZ S.70)

Der Mensch bedient sich bei Benutzung des Zeugs der verwandelten Natur.

„Natur darf aber hier nicht als das nur noch Vorhandene verstanden werden“ (SZ S.70)

 

In „alltäglicher“ Betrachtung reduziert sich Natur auf den Zweck, das Material des „Zeugs“ und damit löst sich das Produkt aus der „Ganzheit“.

Da der Mensch in seinem „Rückzug auf ein Seiendes“ (hier: Beschränktheit) nur noch tut, macht, werkelt…benutzt, entsteht eine Art „Siegesgefühl“, das seine Übermacht über die Natur manifestiert (ihn übermannt!).

 

Um aber die „Natur“ in ihrer Gänze zu erkennen, muss der Mensch sich freimachen vom „Besorgen“,

„Damit Erkennen als betrachtendes Bestimmen des Vorhandenen möglich sei, bedarf es vorgängig einer Defizienz des besorgenden Zu-tun-habens mit der Welt. Im Sichenthalten von allem Herstellen, Hantieren u. dgl. legt sich das Besorgen in den jetzt noch einzig verbleibenden Modus des In-Seins, in das Nur-noch-verweilen bei..“ (SZ S.61)

auf  eine Distanz gehen.

Nietzsche und der Sarkasmus

»Die Affen sind zu gutmütig, als daß der Mensch von ihnen abstammen könnte.«

Vortrag: „Sein u.Zeit“ mit Blick auf seine unmittelbare Verständlichkeit

von Andrea

Vorwort zu Heideggers Vortrag „Sein und Zeit“ (29.1.1962) im Hinblick auf unmittelbare Verständlichkeit

Heidegger setzt o.a. Vortrag ein Vorwort voraus.

Ich finde dieses interessant in Bezug auf die Sprache Heideggers, welche sich nicht so leicht erschließen läßt und daher machmal zu Frutration führt. Der letzte Satz dieses Beitrags (ein Satz Heideggers) kann hier vielleicht zu ein wenig mehr Gelassenheit verhelfen.

Er verweist auf Bilder von Paul Klee aus dessen Todesjahr, nämlich „Heilige aus einem Fenster“ und “ Tod und Feuer“ und sagt, dass bei dern Betrachtung jeder „Anspruch auf unmittelbare Verständlichkeit aufgegeben“ werden müsse.

Das nämliche treffe auch bei dem Gedicht von Georg Trakl,  “ Siebengesang des Todes“ zu, wie auch bei einer Erklärung Heisenbergs zu seiner Quantentheorie.

Nicht so gegenüber dem Denken, das Philosophie heißt sagt Heidegger weiter.

Es solle Weltweisheit bieten, wenn nicht gar Anleitung zu einem seligen Leben sein. Nun könnte eine solches Denken aber heute in die Lage versetzt sein, die Besinnung verlange, die weit abliegt von einer nutzbaren Lebensweisheit. Ein Denken könne notwendig geworden sein, dass solches zu bedenken hat, woraus sogar die Dichtung, Malerei und mathematisch-physikalische Theorien ihre Bestimmungen empfangen.

Wir müssen dann aber auch hier den Anspruch auf unmittelbare Verständlichkeit preisgeben. Wir müssen indes gleichwohl zuhören, weil es gelte, Unumgängliches aber Vorläufiges zu denken. Darum dürfe es weder überraschen noch vewundern, wenn meisten der Hörer sich an dem Vortrag stießen. Ob jedoch einige durch diesen Vortrag jetzt oder später zu einem weiteren Nachdenken gelangten, ließe sich nicht ausmachen.

Es gilt einiges von dem Versuch zu sagen, der das Sein ohne Rücksicht auf eine Begründung des Seins aus dem Seienden denkt. Der Versuch, Sein ohne das Seiende zu denken, wird nötig, weil sonst keine Möglichkeit mehr besteht, das Sein dessen, was heute rund um den Erdball ist, eigens in den Blick zu bringen“

Es geht nicht darum eine Reihe von Aussagesätzen anzuhören, sondern dem Gang des Zeigens folgen.


6. Heidegger: Mensch und Natur

Veranstaltung vom 19.05.2016

von Andrea

Zur Wiederholung wird noch einmal den Begriff des „Seins“ beleuchtet. (zur Definition u.a. auf aporia-site „kleines Lexikon zu „Sein und Zeit“, nicht schlecht auch Wikepedia zu „Sein“ und „Dasein“ jeweils in den Abschnitten zu Heidegger). Wir fragten erneut: Was ist „Sein„? und erläuterten den Unterschied zwischen dem „Sein“ der Sachen under Natur im Gegensatz zum „Dasein“. Das Dasein als „in der Welt sein“, als Sorge. Das Erkennen ist eine Seinsart des Dasein, das vorgänglich der Defizienz bedarf (SZ S. 6a)

Eine interssante Diskussion entspann sich zum Thema „Mensch und Natur“.

Führt Heideggers Denken, welches zwischen „Dasein“ als dem Sein des Menschen und sonst „Vorhandenem“ unterscheidet, dazu dass die „Natur“ nur als „Zeug“, das im Verhältnis zum Menschen „ist“ , gering geachtet wird? Kann durch dieses Denken vielleicht sogar eine Einstellung verstärkt werden, die die Zerstötrung der Natur nicht interessiert oder gar rechtfertigt?

Aber ist der Mensch andererseits überhaupt in der Lage, Natur nicht von sich aus zu denken. Ist nicht auch ein Denken, welches den Menschen mit allem anderem der Natur gleichstellt, noch immer ein Denken vom Menschen aus, also eine menschliche Bickrichtung und Vorstellung.

Herr Dr. Thomas empfiehlt die Lektüre der Bücher von Karl Löwith, u.a. auch „von Hegel zu Nietzsche“ Dieses ist online als pdf  verfügbar:

https://de.scribd.com/doc/193820726/Karl-Lowith-Von-Hegel-zu-Nietzsche-Der-revolutionare-Bruch-im-Denken-des-neunzehnten-Jahrhunderts-Fischer-1969-pdf

Weiter in „Sein und Zeit

Heidegger geht von der allltäglichen Welt aus. Begriffe wie „Welt“ und „Alltäglichkeit“ werden üblicherweise nicht hinterfragt, weil jeder zu wissen meint, was das ist.

Wir müssen uns den Sinn einer vertrauten Umgebung nicht erst erschließen. Selten denken wir darüber nach, wenn wir zum Stift greifen um eine Notiz zu machen. Wir tun es einfach, und wenn wir dabei auf den Stift nicht aufmerksam werden, so liegt das daran, dass wir wissen, in welchem Gesamtzusammenhang er steht – er ist zum Schreiben da. Wir verstehen Dinge nicht »aus sich heraus«, sondern »vom Kontext her.

Heidergger setzt aber gerade bei der Frage nach der Bedeutung der Begriffe „Welt“ und „Alltäglichkeit“ an. Um zu erkennen, was „Alltäglichkeit “ bedeutet, muß man aus ihr heraustreten, quasi die Metaebene einnehmen.

Wir lesen Seite 70 Abs. 2 über das Herstellen

Wir sprechen in diesem Zusammenhang über die 4 causae (Nach Aristoteles gibt es insgesamt vier Ursachen)

  1. causa materialis (materiale Ursache) gehört zu den inneren Ursachen. Sie liegt im Stoff woraus etwas entsteht, und was in diesem etwas ist, z. B. ist das Silber die Ursache der des Schmuckstückes, das hergestellt wird.
  2. causa formalis (formale Ursache) gilt als die zweite innere Ursache. Sie besteht in der Form (griech. idea oder eidos), der Struktur oder dem Muster, das sich im Seienden findet. Die Bronzestatue z. B. entsteht dadurch, daß die Bronze in der Form der Statue gestaltet ist. Die Unterscheidung zwischen causa materialis und causa formalis ist eine relative. So ist die Bronze selbst aus einem Stoff und einer besonderen Bronzeform zusammengesetzt, ebenso wie die Bronzestatue als Materie dienen kann, z. B. bei der Herstellung von Schmuck.
  3. causa efficiens (wirkende Ursache) ist eine äußere Ursache; sie ist „die Quelle, worin die Veränderung oder die Ruhe ihren Ursprung hat“ (Aristoteles), d. h. die causa efficiens bewirkt, daß etwas erzeugt wird. So ist das Hämmern des Schmieds auf die Bronze eine der wirkenden Ursachen, die die Bronzestatue erzeugen. Auch der Schmied selbst kann als causa efficiens bezeichnet werden.

 4.causa finalis (Zweckursache) ist eine äußere Ursache; sie gibt den Zweck unseres Tuns an. Wir stellen eine Lampe her, Zweck ist das Leuchten derselben.

Wir lesen weiter S. 70 Abs. 4 über die Natur, als Zweck und als solche

Newsletter Mai 2016

Rainer Beinlich sendet den Newsletter 01 an alle Philosophie-Freunde , Freitag, 20. Mai 2016

„Heideggers Eichhörnchen“

Andrea

von Andrea

Ein Eichhörnchen springt in meinem Kopft umher – das Eichhörnchen ist die Sprache Heideggers. Ich versuche, ihm zu folgen, versuche es zu verstehen……….mal schauen, wohin es will, aber das Eichhörnchen ist schon wieder entwischt. Ich denke: “Das Eichhörnchen hat kein Dasein.”

Wir lesen „Sein und Zeit“. Heidegger spricht zu uns, wir übersetzen. Aber geht das überhaupt? Wenn wir andere Begriffe für Aussagen Heidegger benutzen, um uns den Inhalt seiner Texte zu erklären, verfehlen wir denselben nicht vielleicht gerade dadurch ? Doch wir Menschen (Dasein) brauchen ja Begriffe, wenn wir kommunizieren und philosophieren wollen.

Aber lässt sich Heidegger denn in die herkömmliche Sprache übertragen? Hätte sich Heidegger nicht auch der herkömmlichen (alltäglichen oder philosophischen) Sprache bedient, wenn es damit möglich gewesen wäre,  das auszudrücken, was er sagen wollte? Vermutlich. Denn wozu hätte er eine andere Sprache gebraucht, wenn es die traditionelle auch getan hätte? Sicherlich war er aus seiner Perspektive gezwungen, andere Begriffe zu (er)finden. Ggf. lag es daran, dass sich die Alltagssprache nur auf Seiendes bezieht. Er versuchte aber über das Sein zu reden, ohne dabei die herkömmlichen Begriffe für Seiendes fälschlicherweise auf das Sein zu übertragen.

Nur wenn Heidedegger aus diesem Grunde gezwungen war, diese seine eigene Sprache zu erfinden, müssen wir doch wirklich an der Übersetzbarkeit zweifeln.

Zurück zum Eichhörnchen:  ich habe Zweifel, ob das Eichhörnchen nicht doch existiert………….Möglicherweise aber ist dies eine falsche Annahme aufgrund eines Übersetzungsfehlers.

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