es kommt…

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und geht…

Die Abschaffung der Wahrheit bedeutet Nihilismus

 

von Andrea

Die Abschaffung der Wahrheit bedeutet Nihilismus. Was aber bedeutet dieser für die Gesellschaft?

Bereits Nietzsche definierte den Nihilismus:

„Nihilism: es fehlt das Ziel; es fehlt die Antwort auf das ´Warum?` was bedeutet Nihilism? – daß die obersten Werthe sich entwerthen.“(Friedrich Nietzsche,  Nachgelassene Fragmente)

Die Postmoderne „dekonstruiert“ in der Folge von Nietzsche weiter Wahrheit, Objektivität, erkennendes und moralisches Subjekt, Vernunft und allgemeingültige moralische Grundsätze.

Die Postmodernen Denker können daher nicht mehr die Frage beantworten, welche Macht legitim und welche nicht legitim ist, anhand welcher Kriterien „gute“ von „schlechter“ Macht unterschieden werden kann. Um diese Frage zu beantworten, wäre der Bezug auf feste Prinzipien bzw. allgemeingültige Normen notwendig, welcher aber ablehnt wird. Wenn dies aber die Haltung einer Gesellschaft ist, gibt es eigentlich keinen Grund, deren herrschenden Strukturen zu ergründen oder zu erklären, warum Veränderung wünschbar sein könnte wie man sie herbeiführen könnte könnte. Man kann sich dann bereits ohnehin nicht mehr vorstellen, das Ganze zu verstehen.

„Seine (des Nihilismus) „Politik“ ist diejenige des Pragmatismus, der müde Liberalismus, der zur entwürdigten Norm passt.

Dekonstruktion beispielsweise behandelt jedes moralische Urteil als ein endlos manipulierbares Fragment, das weder Sinn noch inneren Wert hat. Rem Koolhaus formuliert die postmoderne Unterwerfung wie folgt: „Nach Derrida können wir das Ganze nicht verstehen, nach Baudrillard können wir nicht real sein, gemäss Virilio können wir nicht dort sein“. http://raumgegenzement.blogsport.de/2009/12/01/john-zerzan-das-zeitalter-des-nihilismus-2000/

Was aber bedeutet das in der Praxis. Was folgt daraus politisch? In der Schrift Der kommende Aufstand von Comité Invisible heißt es hierzu beispielsweise:

„Keine soziale Ordnung kann dauerhaft auf dem Prinzip aufbauen, dass nichts wahr ist.

 Also muss sie zusammengehalten werden. Die Anwendung des Konzepts der »Sicherheit« auf jede einzelne Sache ist heutzutage Ausdruck des Projekts, die ideale Ordnung in die Wesen selbst, in Verhalten und Orte zu integrieren, eine Ordnung, der sich zu unterwerfen sie nicht mehr bereit sind.

»Nichts ist wahr« sagt nichts über die Welt, sondern alles über das abendländische Konzept der Wahrheit. Die Wahrheit wird hier nicht als Attribut der Wesen oder Dinge wahrgenommen, sondern als ihre Repräsentation. Eine Repräsentation gilt als echt, wenn sie erfahrungskonform ist. “ https://linksunten.indymedia.org/node/22964

Was meinen Sie dazu? Sind wir noch zu retten?

Die „wahre Wahrheit“ als Machtmittel ?

 

von Andrea

Nietzsche als Ende der Moderne

„Die Wahrheit ist ein Irrtum, der nicht mehr abgewiesen werden kann, weil er durch eine lange Geschichte hartgesotten wurde“ (Nietzsche)

Nietzsche hat dies sehr schön in dem Text „Wie die »wahre Welt« endlich zur Fabel wurde“ über die „Geschichte eines Irrthums“ vertieft:

„1. Die wahre Welt, erreichbar für den Weisen, den Frommen, den Tugendhaften, – er lebt in ihr, er ist sie.

    ………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

  1. Die wahre Welt haben wir abgeschafft: welche Welt blieb übrig? die scheinbare vielleicht?… Aber nein! mit der wahren Welt haben wir auch die scheinbare abgeschafft!“ (Götzen-Dämmerung, Kapitel 6)

Wir haben die wahre Welt auch leider (oder glücklicherweise?) bis heute nicht wiedergefunden.

Das Ende der Metaerzählungen in der Postmoderne

Jean-François Lyotards erklärt in seiner Schrift „Das postmoderne Wissen“ von 1979 die großen welterklärenden philosophischen Systeme der Moderne für gescheitert . Er spricht vom „Ende der großen Erzählungen“; nennt also die philosophischen Systeme „Erzählungen“. Diesen modernen „Erzählungen“ der Welterklärung liege je ein zentrales Prinzip zugrunde (z. B. das Subjekt). Auf dieser Grundlage sollten allgemeinen Aussagen zustande kommen. Aber hierin sieht Lyotard das Problem, dass auf diese Weise das Heterogene, das Einzelne unter eine allgemeine Betrachtungsweise „gezwungen“ wird.

Er setzt darum an die Stelle eines allgemeingültigen und absoluten Erklärungsprinzips (Gott, Subjekt, Vernunft, Systemtheorie, marxistische Gesellschaftstheorie etc.) eine Vielzahl von Sprachspielen, welche verschiedene „Erzählungen“, also Erklärungsmodelle anbieten. (Wikepedia). Bei Lyotard hat also die eine wahre Wahrheit keine Chance.

Dies hat gesellschaftliche Konsequenzen: Dienten in der Moderne die Metaerzählungen noch dazu, gesellschaftliche Institutionen, politische Praktiken, Ethik und Denkweisen zu legitimieren, so geht in der Postmoderne dieser Konsens verloren und löst sich auf in eine Vielzahl von nicht miteinander zu vereinbarenden Wahrheits- und Gerechtigkeitsbegriffen(Wikepedia)

Wahrheit und Macht bei Foucault

Das Thema der Verbindung von Wahrheit und Macht hat auch bereits Nietzsche in seiner „Genealogie der Moral“ angesprochen. Er entlarvt die Definition von moralischen Werten als  Machtstrategie.

Dies ist auch das Thema von Michel Foucault:

„Wichtig  ist,  so  glaube  ich,  daß  die  Wahrheit  weder  außerhalb  der  Macht  steht  noch  ohne  Macht  ist  […].  Die  Wahrheit  ist  von  dieser  Welt;  in  dieser  wird  sie  aufgrund  vielfältiger   Zwänge   produziert,   verfügt   sie   über   geregelte   Machtwirkungen.   Jede Gesellschaft  hat  ihre  eigene  Ordnung  der  Wahrheit,  ihre  allgemeine  „Politik  der Wahrheit“ […].“

Foucault,  Michel  (1978):  Dispositive  der  Macht.  Michel  Foucault  über  Sexualität,  Wissen  und  Wahrheit. Übers. von Elke Wehr u.a. Berlin: Merve, S.51

Wahrheit und der Weg zu ihr

solo3

von Rainer

Die Wahrheit ist das Ziel des Denkens
(eigentlich ist es Wunsch sie zu erlangen)
Die Suche nach der „absoluten“ Wahrheit ist das denkende Leben.
These:
Es gibt nur eine Wahrheit, das ist der Tod!
(empirisch beweisbar, jedem einsichtig)
Fände man die Wahrheit wäre es das Ende (glückliches Ende).Die Suche nach „der Wahrheit“ kann nur grau sein,
unklar, durchscheinend zwar aber nicht durchsichtig,
Erst nach dem der Gedanke (die Frage) formuliert ist,
überprüft ist auf Ergebnisse, ist der Teilschritt der
Suche temporär bestätigt.

Die Ahnung von Wahrheit ist subjektiv –
Wahrheit muss aber sowohl subjektiv als auch objektiv
wahr sein.
Wahrheit gilt für alle Subjekte!

Quelle: Wahrheit und der Weg zu ihr – zweifellos.cool

Leben nach dem Tod?

solo3

von Rainer

 

Was wäre, wenn es ein Leben nach dem Tod gäbe?
– Und es gäbe keinen Gott oder kein „Jüngstes Gericht“;
→ Was bedeutete das fürs Leben? → Wäre es egal:
„gut“ oder „böse“ zu sein?

Was bedeutet es für das Leben, wenn wir sterblich
und vergänglich (z.B. materiell) wären?
→ Was heißt das für mein Verhalten (moralisch, sozial…)?

Quelle: Leben nach dem Tod? – zweifellos.cool

Ungerechtigkeit als Antriebskraft

solo3

von Rainer

Ungerechtigkeit ist die Antriebskraft –
—–Gerechtigkeit ist nur ein Wunsch
——-Niemand geht für „Gerechtigkeit“  demonstrierend auf die Straße

Pessimismus ist Antrieb, nicht Optimismus;
—–mit dem die Welt durch eine rosarote Brille betrachtet wird
——-und verdrängt

Pathos (als Leiden) ist Antriebsgrund
—–Pathologie, die logische Suche nach den Ursachen des Leidens

Christliche Religion: ertragen des Leidens (sich schicken in die
—–Unlogik) für eine Wunschvorstellung
——-nicht das Leben wird erträglich gemacht,
——-sondern das „Überleben“
⇒ nach Beendigung des Lebens erfüllt es sich!

siehe auch: Friedrich Nietzsche,"Fröhliche Wissenschaft", §111 →
über die "Unlogik" zur Logik
(etwas ähnliches soll gleich sein → unlogisch)

Quelle: Ungerechtigkeit als Antriebskraft – zweifellos.cool

Heidegger und die „Schwarzen Hefte“ (Video)

Die «Sternstunde Philosophie» pflegt den vertieften und kritischen Ideenaustausch und geht den brennenden Fragen unserer Zeit auf den Grund.

Die «Sternstunde Philosophie» schlägt den grossen Bogen von der gesellschaftspolitischen Aktualität zu den Grundfragen der Philosophie: Wer ist wofür verantwortlich, worin besteht die menschliche Freiheit, was bestimmt unseren Lebenssinn? Zu Gast sind Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft – Stimmen, die zum Denken anregen und unser Zeitgeschehen reflektieren und einordnen.

Die Quelle des folgenden Videos ist Philosophie und Nationalsozialismus – eine unheilige Allianz?

Philosophie und Nationalsozialismus – eine unheilige Allianz?

Der Streit um Heideggers «Schwarze Hefte» hat gezeigt: Die Frage, ob Philosophen geistige Wegbereiter des Naziregimes waren, ist noch nicht vom Tisch. 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs beleuchtet «Sternstunde Philosophie» das wohl düsterste Kapitel der deutschen Philosophiegeschichte.

SFR Kultur Übersichtsseite

Grundgedanken zum Aufbau einer philosophischen Schule

Bericht über die Veranstaltung „Grundlegung zum Aufbau einer philosophischen Schule“

von philohof

Link: http://www.philomedia.at

Am 22. April 2015, 19 – 21 Uhr gestaltete ich eine philosophische Abendveranstaltung in der Reihe „Philodrom“ im Club PhiloMedia, Josefsgasse 1, 1080 Wien. Das Thema waren grundlegende Gedanken zum Aufbau einer philosophischen Schule. Die Veranstaltung war gut besucht und erfreute sich lebhafter Teilnahme und Diskussion.

 

  1. „Was ist Arbeit?“ (als philosophisches Spiel)

Den Abend begann ich mit dem Spiel „Was ist Arbeit?“, das für den Sprachunterricht in Deutsch erfunden worden ist. Es handelt sich dabei um eine Übung, die Beispiele wie „Eine Angestellte wartet auf der Toilette auf das Ende ihrer Arbeitszeit.“, „Bauern kippen Obst ins Meer.“ oder „Ein Hund bellt den Briefträger an“ bringt und jeweils fragt, ob das Arbeit ist. Bei dieser Übung ist kaum möglich, in der Gruppe zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen. Der einzelne Mensch jedoch kann durch Nachdenken durchaus mit sich selbst darüber ins Reine darüber kommen, was er denn nun für Arbeit hält und nach welchem Kriterium, wenn er sich diese Beispiele vorlegt. Allerdings bezeichnen heute viele Menschen eine Tätigkeit, die kein gemeinsames Ergebnis hervorbringt, als „etwas, bei dem nichts herauskommt“.

Mit diesem Spiel wollte ich zeigen, wie das Urteil vieler Menschen Tätigkeiten, die zur individuellen Orientierungsfindung durchaus beitragen können, entwertet.

 

  1. Warum es heute nicht erlaubt ist zu philosophieren

 

Als nächstes formulierte ich mein brennendstes Bedürfnis im Leben: „Ich möchte philosophieren.“ – und erklärte, warum mir das Philosophieren heute gar nicht erlaubt zu sein scheint. Freilich ist es nicht in der Weise verboten, dass man dafür bestraft würde, sondern eher in der Weise, als hätte man den Wunsch, schwimmen zu gehen und es gäbe kein Schwimmbad.

 

  1. a) Arbeitsteilung und Expertentum

Wir glauben heute, dass nur Experten eine Tätigkeit ordentlich ausführen können. Wenn der Laie daher philosophiert, wird man sagen: „Mach dich doch nicht lächerlich! Überlass das den Liessmanns, Pfallers, Zizeks und Sloterdijks, die können das besser!“

  1. b) Die Weigerung, Philosophie als Tätigkeit aufzufassen

Philosophie wird heute nicht mehr (wie in der Antike) als Tätigkeit gesehen, sondern als die Menge aller philosophischen Erkenntnisse oder als Wissen über Philosophie. Auf diese Weise wird die Philosophie verdinglicht und vom Menschen getrennt. Wenn Philosophie keine Tätigkeit ist, macht es für den philosophischen Laien keinen Sinn zu philosophieren – es ist dann kostengünstiger und effektiver, wenn die professionellen Philosophen philosophieren und wir uns hinterher ihre philosophischen Einsichten anhören.

  1. c) Die Verehrung der objektiven Erkenntnis

Unter objektiver Erkenntnis verstehen wir die Haltung, dass die Gegenstände unserer Erkenntnis auch unabhängig von unserer Erkenntnis existieren. Allerdings geht das Streben nach objektiver Erkenntnis auch oft mit einer Bevorzugung von Themen einher, die „von allgemeinem Interesse“ sind. Das „allgemeine Interesse“ oder die „gesellschaftliche Bedeutung“ ist gewissermaßen die Entsprechung der Objektivität, wenn es um die Wahl des Forschungsprojekts geht. Auf diese Weise führt der Wert der objektiven Erkenntnis mittelbar zu einer Entwertung von Erkenntnisinteressen, die bloß der Orientierung der eigenen Person in der Welt dienen.

Diese drei in der gegenwärtigen Gesellschaft allgemein geteilten Grundhaltungen lassen erkennen, auf welche Weise das Philosophieren heute verboten ist. Der Glaube ans Expertentum setzt den philosophierenden Menschen dem Vorwurf der Unprofessionalität aus. Der Glaube, wonach Philosophie im Wissen aus dem Fach Philosophie besteht, drückt sich in der Verständnislosigkeit der Menschen gegenüber dem aus, was ein Mensch tut, wenn er philosophiert: Ein eigenes Geistesleben haben – braucht man das überhaupt? Die Verehrung der Objektivität lässt den Menschen die Fragen, die ein philosophierender Mensch stellt, um Orientierung in der Welt zu gewinnen, als irrelevant und überflüssig erscheinen, weil das Orientierungsbedürfnis eines einzelnen Menschen nicht von allgemeinem Interesse ist.

Aus alldem folgt: Philosophieren ist nicht direkt verboten, aber es ist eigentlich nicht vorgesehen. Und vom Gefühl her – insbesondere, wenn man anderen Menschen vom eigenen Philosophieren erzählt – ist es so ähnlich wie wenn man einen Hund gegen den Strich bürstet.

  1. Das private Erkenntnisprojekt

 

Im Anschluss daran erklärte ich das Leistungsangebot der philosophischen Praxis, für die Sascha Nageler und ich 2010-11 im Rahmen des WIFI „Management College“ einen Businessplan erstellt haben.

Das Leistungsangebot besteht in der Begleitung von KlientInnen bei der Durchführung eines privaten Erkenntnisprojekts.

Mein Lieblingsbeispiel für das private Erkenntnisprojekt ist die Erstellung eines privaten Lebenslaufs. Wir erstellen Lebensläufe immer für Andere, meistens für potenzielle Arbeitgeber. Aber ein Lebenslauf übt auch auf uns selbst eine Wirkung aus, die einem Spiegel vergleichbar ist. Aus diesem Grund wäre es gut, als Gegengewicht zum offiziellen Lebenslauf auch einen privaten Lebenslauf zu verfassen, in dem nur jene Handlungen und Vorkommnisse aufgelistet sind, die für uns persönlich von Bedeutung sind. Ein solcher Lebenslauf könnte uns dabei helfen, verzerrte Bewertungen wieder zurechtzurücken und denjenigen von unseren Erfahrungen Wert zuzuschreiben, die wir auch tatsächlich hochschätzen wollen.

Moralische Unterstützung

In dem Leistungsangebot unserer philosophischen Praxis waren noch weitere technische Details enthalten, welche die Wirksamkeit der philosophischen Begleitung bei privaten Erkenntnisprojekten steigern, doch darüber will ich mir hier nicht verbreitern.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist noch, dass ich die moralische Unterstützung für den wesentlichsten Aspekt des Leistungsangebots unserer projektierten philosophischen Praxis halte.

Damit meine ich, dass man zum Klienten/zur Klientin sagt: „Du hast das Bedürfnis, ein privates Erkenntnisprojekt zu verfolgen, weil du es für deine persönliche Orientierung im Leben brauchst, aber deshalb bist du nicht verrückt. Ich weiß, dass alle Welt dich für verrückt hält, weil es sich gegen alles richtet, was dir unsere Gesellschaft vorschlägt und nahelegt. Aber ich kenne dieses Bedürfnis auch, und es ist ja doch auch das eigentlich philosophische Bedürfnis!“

  1. Warum eine philosophische Schule

 

Im Teil nach der Pause las ich einige Zitate aus Stefan Meraths Buch Die Kunst seine Kunden zu lieben vor. Es ging darin um die Konkurrenzstrategie des Selbstständigen im Gegensatz zu jener des Unternehmers. Der Selbstständige muss sich nach Merath spezialisieren und nach Innovationen suchen, die so komplex sind, dass er als einziger auf dem Markt sie anbieten kann. Der Unternehmer hingegen müsse sein Unternehmenskonzept so einfach halten, dass es von Mitarbeitern umgesetzt werden kann.

Ich schloss, dass ich nach Lektüre des Buchs von Stefan Merath meinen Wunsch, eine philosophische Praxis zu eröffnen, aufgegeben habe, weil es meinem Philosophiekonzept widerspricht, aus Philosophie etwas so Komplexes zu machen, dass nur ich allein es richtig verstehen und anbieten kann.

Ganz im Gegenteil geht es mir darum, mein Philosophiekonzept – das darin besteht, dass jeder Mensch selbst philosophieren kann – möglichst weit zu verbreiten, und dafür benötige ich ein einfaches Konzept.

Wenn es mir gelingt, mein Konzept des Philosophierens zu verbreiten, dann wird der Nutzen davon sein, dass es alle Menschen, die philosophieren wollen, leichter haben werden, weil es mehr Menschen geben wird, die überhaupt verstehen, was sie tun, wenn sie philosophieren, und die in der Lage sind, auf philosophische Äußerungen adäquat zu reagieren.

  1. Aber keine Schule für Philosophie!

 

Aufgrund des Selbstständigenarguments von Stefan Merath erscheint es mir zielführender zu sein, eine philosophische Schule zu gründen als mich mit einer philosophischen Praxis selbstständig zu machen.

Eines allerdings dürft in dieser philosophischen Schule auf keinen Fall unterrichtet werden: Beschäftigung mit Philosophie! Denn unter Philosophie versteht man heute die Ersetzung des eigenen Denkens durch die Gedanken verstorbener Philosophen. In diesem Sinne ist Philosophie das absolute Gegenteil von philosophieren.

Gesucht sind also Menschen mit dem dringenden Bedürfnis zu philosophieren und einem gleichzeitigen Desinteresse an Philosophie!

Ob meine Zielgruppe das verstehen wird – wo sich doch die Menschen so leicht vom Schein der Worte täuschen lassen?

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