es kommt…

Newsletter

Hier können Sie sich zum Newsletter anmelden.

E-Mail-Adresse:

Vorname

Name

anmelden
abmelden

Powered by Newsletter Software SuperMailer

und geht…

Beliebigkeit der Sprache – Diskussion

Bitte beteiligen Sie sich an diesen Diskussion, die im folgenden durch einige Thesen angefeuert wird.

Die Beliebigkeit der Sprache, des Sprachausdrucks und des Einsatz des Wortes kann umgangssprachlich auch ausgedrückt werden als: "...es ist doch alles scheiß egal..."

Hauptsache es wird gesprochen und es erfolgt keine Festlegung, nur nicht verbindlich.

Konsequenzen:

Dies führt zu "Gedankenfreiheit"

wir befreien uns von den Gedanken.

Sprache dient nicht mehr dazu, Inhalte zum Ausdruck zu bringen

Ist vielleicht

- sie nutzt nur der "Zeitverschwendung"

- sie ist ein Hilferuf: "Nimm mich an - ich passe mich auch an..."


Empfindlichkeit dieser Sprache gegenüber führt zu Arroganz, Rückzug, Einsamkeit, Kritikunfähigkeit:

Folgen

das kann schlimmer sein als der Ümgang mit dieser verpöhnten Sprache

Der Starrsinn der Beharrung führt zu einer Verkrustung der Sprache !


Die Sprachbenutzung, wie sie oben beschrieben wird, ist unabhängig von der "intellektuellen Fähigkeit".

.

dies hat eine Entfremdung von mir selbst zur Folge

[ Wittgenstein: "Die Grenze meiner Sprache ist die Grenze meiner Welt." ]

Solch ein Umgang mit der Sprache als Spiegel meiner Umgebung, meiner Umwelt führt dazu, dass die Sprache, wie auch Musik und Bilder reduziert als "Lautstärke" gegen die Stille "im eigenen Kopf" eingesetzt wird:                                                    

sie übertönt das Schweigen, das Alleinsein!

Die Beliebigkeit der Sprache, des Sprachausdrucks und des Einsatz des Wortes kann umgangssprachlich auch ausgedrückt werden als: „…es ist doch alles scheiß egal…“

Teile es den Anderen mit... Email this to someone
email
Print this page
Print

5 comments to Beliebigkeit der Sprache – Diskussion

  • Ida Pingal

    Lieber Rainer,

    die Yogis meditieren lange in der Stille, um zur Freiheit von Gedanken zu kommen. Das führt dann aber vielleicht auch zu einer größeren Aufmerksamkeit der Sprache gegenüber.)
    Aber Du meinst wohl etwas anderes mit „Freiheit von Gedanken“?
    Ich habe viele Fragen zu Deinem Text: Ist es aus Deiner Sicht möglich, wieder zu einer nicht „der Beliebigkeit preisgegebenen“ Sprache kommen? Wie sähe eine solche Sprache überhaupt aus, im Gegensatz zu der hier oder anderweitig benutzten? Ist denn die Sprache (was immer „die Sprache“ ist) wirklich der Beliebigkeit preisgegeben? Woran erkennst Du das? Wer gibt sie denn preis?

    Könnten wir vielleicht gemeinsam Regeln zur „Verbesserung der Sprache“ finden oder ist dies zu komplex. Ich denke an Wittgensteins „Sprachspiele“. Danach können wir doch nur innerhalb eines Kontextes verstehen.

    Die Sprache ist sehr weites Feld, Legionen von Kontexten. Du sagst z.B., Sprache diene nicht mehr dazu Inhalte zum Ausdruck zu bringen. Das kann ich so nicht erkennen. Und wenn es so sein sollte, war es denn früher anders?
    Gruß
    Ida

    • solo3 solo3

      Okay Ida,
      Yogis suchen die Stille um Gedanken zu finden. Die „Plapperer“ aber vertreiben die Stille um nicht nachdenken zu müssen.
      „Ich möchte etwas (WAS?) mitteilen!“ Es ist substanziell, es erklärt mich und öffnet die Beziehung zu einem Gesprächspartner (Austausch). Dieses „WAS“ ist mir ein Anliegen, es ist Teil meines inneren Ichs.
      Ich kann eine veränderte Sprache nur strukturell beschreiben, da es nur sekundär um eine Sprachänderung, als vielmehr die Haltung und den Anspruch gegenüber der Sprache geht.
      Gleichgültigkeit, ob der Form nach oder dem Inhalt, macht die Sprache austauschbar, bzw. egalisiert sie.
      Ida, Deine Frage nach der Preisgabe der Sprache, kann ich mit einer Rangfolge beantworten:
      Zuerst sind es Miedien, z,B. Zeitungen in denen der automatisierte PC-Redakteur Zeilen füllt, die die Illusion von Information vermitteln, aber nur dazu dienen, ein redaktionelles Alibi für einen „Werbeträger“ zu sein (Worte und Bedeutungen werden schlampig gebraucht, unter Umständen sogar falsch.)
      Die Ursache ist: wie und zu welchem Zweck wird die Sprache benutzt.
      Zweitens: Umgangssprachlich werden Kurzformen eingesetzt. Diese dienen nicht etwa der Effizienz, Schnelligkeit, Klarheit, sondern der Bequemlichkeit, der Mode, des „In-Seins“ (auf der Höhe der Zeit).
      Drittens: Sprache verwandelt sich weg von Allgemeinverständlichkeit zur Spezialsprache. Diese grenzt ab, signalisiert, ich gehöre dazu und schließt Nicht-Gruppenmitglieder aus.
      Sprache materialisiert sich zu purer Werbung und Identität zu und mit Dingen.
      Merke Dir das „Ding“ und Du verstehst die Sprache und gehörst dazu!

  • Ida Pingal

    Lieber Rainer,

    wie ich sehe, hat sich wieder mal nur Ida an der Diskussion beteiligt. Und ebenfalls wie immer fragt sie aber hauptsächlich nach und will mal wieder alles zerlegen.

    Darum schicke ich ein paar Ideen hinterher, die in eine andere Richtung gehen, in die Richtung des Zaubers und der Magie der Sprache. Ich spreche von Poesie. Gedichte sind ja viel mehr als Aussagen. Sie zeigen dass es bei Sprache nicht nur um Inhalte geht, sondern auch um Form, um Poesie ist Magie, die zaubert und bezaubert.

    Zunächst erst einmal ein Gedicht von Gottfried Benn, das Dich vielleicht darin bestätigt, dass das Reden das Schweigen (und Alleinsein) übertönen soll . Es zeigt zudem, dass Sprechen aber noch viel mehr kann als Übertönen. Schweigen scheint Benn gefährlich, denn nur wer redet, ist nicht tot. Durch Sprechen können wir also den Tod bannen, hohe Magie!

    Kommt, reden wir zusammen
    wer redet, ist nicht tot,
    es züngeln doch die Flammen
    schon sehr um unsere Not.
    …………………………………………

    und schon so nah den Klippen,
    du kennst dein schwaches Boot –
    kommt, öffnet doch die Lippen,
    wer redet, ist nicht tot.

    Ein Wort kann natürlich manchmal auch ohne Magie über Leben und Tod entscheiden, bei Verrat oder Benutzung eines Codewortes, dem Schibbolet, so benannt nach dem im Alten Testament (Buch der Richter12,5-6) :

    „Und dieGileaditer besetzten die Furten des Jordans vor Ephrahim. Wenn nun einer von den Flüchtlingen Ephraims sprach: Lass mich hinübergehen!, so sprachen die Männer von Gilead zu ihm: Bist du ein Ephraimiter? Wenn er dann antwortete: Nein!, ließen sie ihn sprechen: Schibbolet. Sprach er aber: Sibbolet, weil er’s nicht richtig aussprechen konnte, dann ergriffen sie ihn und erschlugen ihn an den Furten des Jordans, sodass zu der Zeit von Ephraim fielen zweiundvierzigtausend.“

    Aber zurück zur Wortmagie, mit welcher wir, wenn wir das richtige Wort treffen, können wir die ganze Welt verändern können, s. Eichendorff:

    Schläft ein Lied in allen Dingen
    die da träumen fort und fort,
    und die Welt hebt an zu singen,
    triffst du nur das Zauberwort.

    Die Sprache als Magie ist schöpferisch. Sie bringt die Welt zum Singen. „Hokuspokus“ sagt der Zauberer und plötzlich ist ein Kaninchen im Hut. Das Wort kommt möglicherweise etymologisch aus der heiligen Messe in der katholischen Kirche. Der Priester sagt „Hoc est enim corpus meum“ (deutsch .“Dies ist mein Leib“). Der Priester verwandelt das Brot in den Leib des Christus. Auch Zauberei mit Worten.

    Und Meret Oppenheim paßt noch ganz hübsch zur Magie der Worte und (der Musik):
    Halleluja Schabernack und kein Ende, die Narren blasen die Schalmei ………….

    Zuletzt noch ein Ausschnitt aus Rilkes 9. Duineser Elegie. Wunderschöner Beitrag zur Macht der Sprache. „Sprich und bekenn“ , sagt Rilke hier, „preise“ die Dinge, die vergänglich sind wie wir. Dadurch verwandeln wir sie in unserem Herzen.

    Sind wir vielleicht hier, um zu sagen: Haus,
    Brücke, Brunnen, Tor, Krug, Obstbaum, Fenster, –
    höchstens: Säule, Turm . . . aber zu sagen, verstehs,
    oh zu sagen so, wie selber die Dinge niemals
    innig meinten zu sein. …………………………………

    Hier ist des Säglichen Zeit, hier seine Heimat.
    Sprich und bekenn……………………………………..

    Preise dem Engel die Welt, nicht die unsägliche, ihm
    kannst du nicht großtun mit herrlich Erfühltem; ……………….
    Sag ihm die Dinge. Er wird staunender stehn; wie du standest
    bei dem Seiler in Rom, oder beim Töpfer am Nil.
    Zeig ihm, wie glücklich ein Ding sein kann, wie schuldlos und unser,
    wie selbst das klagende Leid rein zur Gestalt sich entschließt,
    dient als ein Ding, oder stirbt in ein Ding –, und jenseits
    selig der Geige entgeht. – Und diese, von Hingang
    lebenden Dinge verstehn, daß du sie rühmst; vergänglich,
    traun sie ein Rettendes uns, den Vergänglichsten, zu.
    Wollen, wir sollen sie ganz im unsichtbarn Herzen verwandeln
    in – o unendlich – in uns! Wer wir am Ende auch seien.

    Und das noch nebenbei: Schnacken ist schön. Wenn die Grenzen der Welt zu eng werden, können wir schweigen oder ein neues Wort erfinden. Witttgenstein jedenfalls hat sich nicht vom dem „worüber man nicht sprechen kann“ das Wort verbieten lassen. Und das war gut so!
    Ida

    • solo3 solo3

      Also Ida,
      danke für Dein wunderbares Plädoyer für eine schöne Sprache.

      Natürlich ist Sprache mehr als ihre Summe, als tägliches „BlaBla“.
      Du zeigst jeweils auf die Spezialisten:
      Die schweigenden Yogis in Meditation, die Dompteure der Sprache, die Dichter und Reimer,
      die Sprache zur Hochsprache, zum lukullischen Genuss machen –
      doch wo finde ich diese Spezialisten, nicht in meiner Umgebung.
      Ihre Sprache, wenn sie sich ihrer denn bedienen, ist wahrlich ein Genuss.
      Ihr Einsatz ist aber beschränkt auf das Feuilleton oder andere Kulturteile der Massenmedien.

      Die gemeine Sprache kommt mit der Sprache, reduziert auf „Signale“ (Hilfe, so ist das, Infos
      und vor allem Bildern – „sagen mehr als tausend Worte“) aus. Wie praktisch, spart es doch Zeit
      und Aufwand; und bevor es, wegen Missverständnissen zu Streit kommen kann bin ich verschwunden.

      Warum sollte ich also eine solche Sprache benutzen, wenn ich nichts zu klären habe – zu erklären habe?
      Rainer

  • Ida Pingal

    ja, schade, Rainer! Da sperren wir die kraftvollen bunte Worte ins Ghetto des Feuilletons und darben im alltäglichen Zusammenleben mit ihren dürftigen Schwestern. Und formen so unsere Welt. Sind wir vielleicht zu kleinlaut geworden? Fürchten wir uns vor der Gesellschaft großer starker Worte? Wer oder was hat uns so kleinlaut werden lassen?
    Ida

Leave a Reply

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

  

  

  

Besucherz�hler Skript