es kommt…

Newsletter

Hier können Sie sich zum Newsletter anmelden.

E-Mail-Adresse:

Vorname

Name

anmelden
abmelden

Powered by Newsletter Software SuperMailer

und geht…

Popper und die Annäherung an die Wahrheit

Popper sagt: „Die einzige Weisheit, die zu erwerben ich hoffen konnte, war das sokratische Wissen von der Unendlichkeit meines Nichtwissens.“ Das Wissen um die Unverlässlichkeit von Erfahrungen lassen ihn scheinbar an den bisherigen Methoden und Utopien zweifeln.  Dennoch hält ernerstaunlicherweise an der Idee der absoluten Wahrheit fest.

Unterschiede in verschiedenen Auffassungen haben nach seiner Vorstellung unterschiedliche Wahrheitsnähe. Auch wenn Meinungen falsch sind, können sie dennoch mehr oder weniger gut mit der Wahrheit übereinstimmen. So soll die Lösung eines Problems zunächst vorläufig gefunden werden, sie wird wieder verworfen, wenn sie falsifiiziert werden kann. So nähern sich schließlich die Lösungsansätze immer mehr der Wahrheit an.

Ich frage mich:

– Wie kann man aber feststellen, dass eine Theorie der Wahrheit näher kommt oder nicht, wenn man nicht eine genaue Vorstellung von der Wahrheit hat?

– Und wie kann eine Lösung falsifiziert werden, wenn es keine übergeordneten Normen gibt, anhand derer die Theorien beurteilt werden können? Welche Kriterien soll es dafür geben?

– Welches Argument kann gegen eine vorläufig gefundene Lösung vorgebracht werden, wenn es keinen Maßstab gibt, an dem die Lösung gemessen werden kann?

– Entscheidendes Kriterium für die Wahrheit ist nach Popper die Korrespondenz mit den Fakten. Aber wie läßt sich diese Übereinstimmung feststellen, woran kann man dies ausmachen?

Thomas Kuhn (http://www.claus-beisbart.de/teaching/wi2011/popper/p12.pdf )kritisiert die Vorstellung Poppers von der Fehlerelimination. Denn Fehler gebe es nur, wo es klar definierte Regel gebe,  also  unter  dem  Dach  eines  Paradigmas,  d.h.  in  der  Normalwissenschaft. Das heißt, ein Fehler wird im allgemeinen, also in der Normalwissenschaft (das ist die Phase zwischen zwei Revolutionen) lediglich innerhalb eines Paradigmas korrigiert werden. Dadurch entsteht aber keine Annäherung an „die“ Wahrheit, sondern lediglich eine bessere Vereinbarkeit mit den Regeln des Paradigmas.

Das Paradima ist aber keine ´“ewige Wahrheit“ sondern die von der Wissenschaft mittels ihrer Definitionsmacht erzeugte Wahrheit.

Kuhn verweist auch darauf, dass Theorien stets durch gedankliche Spekulationen gewonnen werden. In dieser Hinsicht sind aber Beobachtungen, die eine Theorie (angeblich) zu Fall bringen sollen, ebenfalls theorieabhängig.  Ohne Theorie ‚im Hinterkopf‘ können überhaupt keine Beobachtungen gemacht werden

 

Nach Popper kann zum Beispiel die Theorie, alle Schwäne seien weiß, widerlegt werden, indem ein schwarzer Schwan entdeckt wird. Um den neuen Vogel als Schwan zu klassifizieren muß der Beobachter aber schon eine Theorie im Kopf haben. Erst dann kann die Beobachtung des schwarzen Vogels zur Falsifikation herangezogen werden.

Außerdem kann auch eine falsifizierte Theorie rehabilitiert werden, zB indem man nachweist, daß jener schwarze Vogel gar kein Schwan ist.

Mir fällt es schwer, die Theorie der – ich nenne es mal – Wahrheitsannäherung nachzuvollziehen. Fällt Popper damit nicht philosophisch sogar in die Zeit vor Nietzsche zurück? Nietzsche mißtraute der wissenschaftlichen Erkenntnis:Was sind denn zuletzt die Wahrheiten des Menschen? – Es sind die unwiderlegbaren Irrtümer des Menschen.“ sagt dieser in der fröhliche Wissenschaft, also keine Falsifikation der Irrtümer möglich.

Mir fällt Nietzsches Vorstellung von der Figur des Sokrates in der „Geburt der Tragödie“ ein. Die alten Griechen waren laut Nietzsche in der Lage, dem Entsetzen ohne metaphysischen Trost in die Augen zu schauen und das Leben trotzdem zu genießen .

Dann kommt Sokrates und das tragische Zeitalter ist vorbei,  es beginnt der Optimismus in Bezug auf das Wissen und die  Erkenntnis. Sokrates glaubt daran, mit Hilfe der Erkenntnis das Dasein korrigieren und damit verbessern zu können. Popper fühlt sich Sokraktes verwandt , möglicherweise ist für ihn wie für Sokrates  die Erkenntnis eine Medizin gegen das Entsetzliche und Absurde des Seins.  Vielleicht suchen die beiden nicht die Wahrheit sondern Sicherheit vor dem Grauen des horror vacui.

Mir gefällt trotzdem an Popper, dass er für Toleranz plädiert und auch dafür, immer wieder offen zu sein, eigene Fehler zu finden und zu korrigieren, auch wenn ihm die Toleranz in Bezug auf andere Philosophen (wie Hegel und Marx) schwer fällt.

Habermas: Mechanismus des kommunikativen Handelns

solo3

von Rainer :

Im Zusammenhang mit unserem Seminar über „kommunikatives Handeln“ von Jürgen Habermas, das zur Zeit (Sommersemester 2017)
bei der „academia publica“ stattfindet, möchte ich hier ein paar gesammelte Informationen wiedergeben.

Jürgen Habermas, Nachmetaphysisches Denken, Suhrkamp
S.70 unten: „Das kommunikative Handeln unterscheidet sich also vom strategischen…“ – das strategische orientiert sich
am Zweck, am Erfolg und ist geplant, während das kommunikative Handeln an Verständigungsleistung, Rationalität, an einem
kommunikativ erzielten Einverständnis anbindet.

Der Mechanismus des kommunikativen Handelns umfasst folgende Punkte:

1. Einigkeit der Sprechteilnehmer über das Thema und seine Gültigkeiten
          Konsenz geht vor Dissenz

2. für die Theorie gilt mit Sprechhandlungen werden kritisierbare Geltungsansprüche  erhoben -> Anerkennung durch andere!

3. Der Sprecher übernimmt die Gewähr für seinen Geltungsanspruch (seine Gründe sind „wahr“)

4. Rationalität ist gesichert durch gesicherte Gründe.

5. Durch diese Gründe ergibt sich eine bindende Kraft, die der Sprecher mit glaubhafter Gewähr darstellt. Diese Kraft hat auch Folgen für die Handlung.

6. Beispiele: Spr. hat eine Intention – lässt er sie erkennen?       Sprachhandlungen interpretieren sich selbst! ?

7. Wenn der Hörer die Intention von Spr. kennt – dann Hypothese:

a) Intention ist offenkundig
b) Sprecher weichen von Standardsituationen ab

8. Intention und Interpretation (Bedeutung und Gültigkeit) müssten standartisiert werden :

normativer Anspruch
subjektive Wahrhaftigkeit
propositionale Wahrheit

Die Einführung einer, der Lebenswelt müsste den Dissenz eher minimieren (mit Dissenz gibt es keine soziale Ordnung?). Hier entsteht ein Vorverständnis für Konsens!

S. 85 mitte
„…Überraschendes und Vertrautes. Das Vorverständigtsein in einer tiefgelegenen Schicht von Selbstverständlichkeiten, Gewissheiten, Fraglosigkeiten könnte erklären, wie jedes überall lauernde Dissensrisiko der sprachlichen Verständigung in der Alltagspraxis aufgefangen, reguliert und eingedämmt wird.“

Lebenswelt trägt sowohl zur Verständigung, als auch zu Differenz und zur Individualisierung bei!
[EGO unterscheidet von AlterEGO]

„Lebenswelt“

Habermas

Kommunikationstheoretische Deutung der Lebenswelt

Jürgen Habermas kritisiert an der phänomenologischen Auffassung der Lebenswelt, dass diese sich auf ein „egologisches Bewußtsein“[11] beziehe und damit das subjektphilosophische Paradigma verlängere. Habermas will mit einer kommunikationstheoretischen Deutung des Lebensweltbegriffs dessen eigentlichen Sinn zum Vorschein bringen: den Paradigmenwechsel von der monologischen Subjektivität zur dialogischen Intersubjektivität. Er reformuliert das Konzept der Lebenswelt wie folgt:

Indem sich Sprecher und Hörer frontal miteinander über etwas in einer Welt verständigen, bewegen sie sich innerhalb des Horizonts ihrer gemeinsamen Lebenswelt; die bleibt den Beteiligten als ein intuitiv gewußter, unproblematischer und unzerlegbarer holistischer Hintergrund im Rücken. […] Die Lebenswelt kann nur a tergo eingesehen werden. Aus der frontalen Perspektive der verständigungsorientiert handelnden Subjekte selber muß sich die immer nur mitgegebene Lebenswelt der Thematisierung entziehen. Als Totalität, die die Identitäten und lebensgeschichtlichen Entwürfe von Gruppen und Individuen ermöglicht, ist sie nur präreflexiv gegenwärtig. Aus der Perspektive der Beteiligten läßt sich zwar das praktisch in Anspruch genommene, in Äußerungen sedimentierte Regelwissen rekonstruieren, nicht aber der zurückweichende Kontext und die im Rücken bleibenden Ressourcen der Lebenswelt im ganzen.[12]

Habermas unterscheidet drei Aspekte der Lebenswelt, die je nach der Handlungs- oder der Sprechsituation jeweils als Kultur, als Gesellschaft und als Persönlichkeit erscheinen.[13] Diese drei Aspekte der Lebenswelt definiert Habermas wie folgt:

Kultur nenne ich den Wissensvorrat, aus dem sich die Kommunikationsteilnehmer, indem sie sich über etwas in einer Welt verständigen, mit Interpretationen versorgen. Gesellschaft nenne ich die legitimen Ordnungen, über die die Kommunikationsteilnehmer ihre Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen regeln und damit Solidarität sichern. Unter Persönlichkeit verstehe ich die Kompetenzen, die ein Subjekt sprach- und handlungsfähig machen, also instandsetzen, an Verständigungsprozessen teilzunehmen und dabei die eigene Identität zu behaupten.[14]

Die Lebenswelt fungiert für die Kommunikationsteilnehmer als „der transzendentale Ort, an dem sich Sprecher und Hörer begegnen; wo sie reziprok den Anspruch erheben können, daß ihre Äußerungen mit der Welt […] zusammenpassen; und wo sie diese Geltungsansprüche kritisieren und bestätigen, ihren Dissens austragen und Einverständnis erzielen können“.[15]

Lebenswelt und kommunikatives Handeln

Lebenswelt und kommunikatives Handeln stehen für Habermas in einer dialektischen Beziehung zueinander:

Indem sich die Interaktionsteilnehmer miteinander über ihre Situation verständigen, stehen sie in einer kulturellen Überlieferung, die sie gleichzeitig benützen und erneuern; indem die Interaktionsteilnehmer ihre Handlungen über die intersubjektive Anerkennung kritisierbarer Geltungsansprüche koordinieren, stützen sie sich auf Zugehörigkeiten zu sozialen Gruppen und bekräftigen gleichzeitig deren Integration; indem die Heranwachsenden an Interaktionen mit kompetent handelnden Bezugspersonen teilnehmen, internalisieren sie die Wertorientierungen ihrer sozialen Gruppe und erwerben generalisierte Handlungsfähigkeiten.[16]

Kommunikatives Handeln dient somit der Überlieferung kulturellen Wissens und dessen Erneuerung im Bereich der Kultur, der sozialen Integration und der Herstellung von Solidarität im Bereich der Gesellschaft und der Ausbildung von personalen Identitäten im Bereich der Person. Die „Reproduktion der Lebenswelt“ besteht in einer dialektischen Einheit von Kontinuität und Bruch, d. h. in „einer Traditionsfortsetzung und -erneuerung, die sich zwischen den Extremen der bloßen Fortschreibung von, und eines Bruches mit Traditionen bewegt.“[17]

 

  • 11 Habermas: Theorie des kommunikativen Handelns, Band 2, S. 196.
  • 12 Jürgen Habermas: Der philosophische Diskurs der Moderne. S. 348f.
  • 13 Habermas:Theorie des kommunikativen Handelns, Band 2, S. 203.
  • 14 Habermas:Theorie des kommunikativen Handelns, Band 2, S. 209.
  • 15 Habermas:Theorie des kommunikativen Handelns, Band 2, S. 192.
  • 16 Habermas:Theorie des kommunikativen Handelns, Band 2, S. 208.
  • 17 Habermas:Theorie des kommunikativen Handelns, Band 2, S. 210.

 

Quelle: Lebenswelt – Wikipedia

Heideggers „Sein und Zeit“ – kurz und bündig.

solo3

von Rainer :

Abriss und Kommentierung über das Dasein bei Heideggers „Sein und Zeit“

 

Einleitung

Heidegger und seine Sprache

Als ungeübter Leser von „Sein und Zeit“ stolpert man zuerst
über die ungewohnte Sprache und die unbekannten Wörter von
Heidegger – es geht bis zur Verständnislosigkeit.
Der Versuch mit neuen Wörtern altes Denken (Denken der
Klassik und Moderne) zu überwinden führt bei manchem,
auch gutwilligem Leser, zu erhöhtem Widerstand, Unbehagen
und großer Zerknirschtheit.
Entkleidet der Verschrobenheit der wissenschaftlichen Sprach-
versuche wird die differenzierte Leistung des Erkennens sichtbar.
Bei intensiver Befassung mit dem Text stelle ich fest, dass Heidegger sich
einer, auch modernen Wirklichkeit der Daseinsbeschreibung und
ihrer Probleme annähert. Ist man hier angekommen
wird der kluge Gedanke deutlich.

 

1.) Das Dasein

Die Frage nach dem Sinn von Sein steht im Vordergrung des 1.Teils.
Da das „Sein“ ein höchst allgemeiner, dunkler, ja undefinierbarer
aber auch selbstverständlicher Begriff ist, gibt es eine Art
„Seins-Vergessenheit“.
Da das Verstehen und nicht Verstehen zum Sein des Menschen gehört,
ist „das Fragen ein Suchen“ nach Antworten über das Dasein.
Es geht dabei um „mein Sein“, meine Existenz in einem „Seinsverhältnis“
und das Fragen ist nach Heidegger ein „Existenzial“.
„Das Dasein…versteht sich immer aus seiner Existenz…mit der
Möglichkeit seiner selbst, es selbst oder nicht es selbst zu sein.“

Steht das Dasein bei der Betrachtung des Seins im Vordergrund,
nennt Heidegger es „Existenz“ (es geht dem Menschen um sich selbst).
Das Dasein kann gewählt (Entscheidung), ungewollt übernommen
(Fatalismus) oder per Tradition gelebt werden.
Zum Dasein gehört wesenhaft: Sein in einer Welt
-> in-der-Welt-sein

Merkmale des menschlichen Daseins sind die „Existenziale“
-> der Mensch „wohnt“ in der Welt (in-sein).

Das Sein in der Welt besteht aus der „Sorge“, dem „besorgen“ (Aktivität
der Sorge).
Zum Sorgen gehört auch das Herstellen, Beschaffen unter anderem von
„Zeug“. Arbeit ist Rationalität der Sorge.
Das Zeug spielt eine wichtige Rolle im Dasein, sind es doch die
„Seinsdinge in der Welt“.
Für Heidegger ist das Dasein auch bestimmt durch die „Bewegungs-
bestimmtheit“, „immer unterwegs“ („unterwegs zur Sprache“, da wir
erst einen Weg finden müssen).
Über die „Existenziale“ bekommt das Dasein aktives Leben zugewiesen.

Das Dasein, wie es Heidegger hier präsentiert, ist verständlich,
fast materialistisch und frei von Metaphysik zu bezeichnen.
Es ist das tagtägliche Leben. Wir können es erleben und nach-
vollziehen – praxisorientiert.

 

2.) Das „Ich“, die „Anderen“, das „Man“

Für Heidegger ist kein isoliertes „Ich“ ohne die „Anderen“
denkbar – Subjektsein ist wie ohne Welt sein (nicht möglich)
-> „Ich“ immer in Bezug auf „Andere“.

Kommentar:
Wegfall des Subjekts „Ich“ führt auch zum Wegfall einer „Ethik“.
(Ethik als normativ, geleitet durch Verantwortung)

Ethik: die Gebote
Kant : die Vernunft

Verschwindet das Ich zugunsten der „Anderen“ aus der Betrachtung,
nachdem auch „Gott“ und das subjektivierte „Bewußtsein“ fortgefallen
ist – ist auch kein „Überbau“ mehr vorhanden;
(sein (alt) durch „ICH / Bewußtsein“ / kategorisch),
es gibt kein „ICH“ / Bewußtsein mehr – nur die Existenz
-> es kann dann keine Ethik mehr geben.

 

Die Anderen beinhalten das „Ich“, die „Ichs“ verlieren ihre
Bedeutung und durch die „Zeughaftigkeit“ der Dinge um uns
nimmt die Beziehung zu den „Anderen“ eine existenzielle Rolle
ein.
Das Verhältnis ist geprägt durch die „Existenziale“:
„Wir leben mit dem Zeug (Kategorie) und mit Anderen (Existenzial)“
Die Anderen machen für uns die „Struktur der Weltlichkeit“ aus.

Im Zeug erscheinen für uns die Anderen:
die Hersteller, die Besitzer, die Benutzer
– wir sehen die Menschen, als mit etwas beschäftigt.

Selbst „das Alleinsein des Daseins ist Mitsein in der Welt“.
Dasein wird zu „Mitdasein“ – „Sorge“ wird zu „Fürsorge“.

„Ich bin zugleich ich selbst und anderer“.
Das „Ich“ hält dem Druck nicht stand und geht unter!

 

Vom verlorenen ICH zum „MAN-Sein“

Das Dasein verstrickt sich im „MAN“.
„Man selbst gehört zu den Anderen und verfestigt ihre Macht.“
Das Man ist überall dabei…das Man entlastet das Dasein…
Das MAN übernimmt die Verantwortung, hinter ihm kann man sich
verstecken, verdecken. Es ist der Schutz der Öffentlichkeit.
Man sagt das so, man tut das, man lässt das, man verhält sich.
Es lebt sich mit der „Beruhigung“ (wie „Ruhe vor dem Sturm“).

In Durchschnittlichkeit, Abständigkeit, Einebnung zeigt sich, was wir
„die Öffentlichkeit“ nennen. (Die Öffentlichkeit verdunkelt alles,
gibt sich aber als bekannt aus.)

(S.127/5.Abs.) „Das Man entlastet so das jeweilige Dasein in seiner
Alltäglichkeit.“ -> es führt zu einer „Seinsentlastung“, entlastet
das Dasein mit „Leichtigkeit“, verfestigt gerade dadurch „seine
hartnäckige Herrschaft.“

(S.128/Z.6) „Jeder ist der Andere und Keiner er selbst.“ Das Man
beantwortet die Frage nach „dem Wer des alltäglichen Daseins“
mit „Niemand“.

Dieses Niemand ist kein Nichts, es ist „ens realissimum“,
das allerrealste Wesen, d. i. Gott.

Heidegger meint, das Man sei so wenig vorhanden, wie das Dasein.
Je offensichtlicher das Man ist, desto versteckter ist es –
dennoch ist es aber nicht Nichts.

(S.129/Z.10) „Das Man ist ein Existenzial und gehört (…)
zur positiven Verfassung des Daseins.“

Die Betrachtung des Daseins beginnt nicht mit dem (S.129/Z.28) „ich bin…
im Sinne des eigenen Selbst, sondern die Anderen in der Weise des Man.“
Erst hieraus werde „ich mir selbst zunächst gegeben.“ Das Dasein ist
zunächst Man und bleibt zumeist.

Das Dasein in der Welt erschließt sein eigentliches Sein immer durch das
(S.129/Z.32) „Wegräumen der Verdeckungen und Verdunkelungen, als Zerbrechen der Vorstellungen, mit denen sich das Dasein gegen
es selbst abriegelt.“

 

Von einem „ganz normalen“ Dasein zum Absturz

In diesem Dasein, in dem Man-selbst sich eigentlich nicht zeigt
(uneigentlich) gelingt das Heraustreten aus dem Man nicht.
Dafür gibt es Stimmungen, aus denen kein Erkennen hervorgeht.
Das Dasein erscheint als nicht vorhanden, aber die Dinge.
Heidegger meint, das Dasein werde in die Stimmungen hinein-
geworfen, geworfen in die Welt.

Die Furcht
Stimmungen steigen auf, irgendwann, irgendwie steigt eine
Furcht auf. Doch wovor fürchten, warum?
Es muss verdeckt, unbekannt sein, wäre dies offenkundig, gäbe
es diese Furcht nicht – daher ist die Furcht unheimlich und
bedrohlich.
Furcht kann nur im Dasein (des Menschen) auftreten, es wird
als Bedrohung des Seins empfunden.
Es gibt auch kein fürchten für andere, es nähme ihm diese auch
nicht ab, da der Andere diese Furcht nicht zu haben braucht.
Die Furcht selber aber kann sich steigern in Erschrecken,
zum Grauen und zum Entsetzen.

Das Gerede
Das Gerede setzt ein Verstehen voraus, dass in der Gruppe
schon vorhanden ist. (S.168/Z24f) Die Rede wird verstanden,
„…das Worüber nur ungefähr,…man meint dasselbe, weil man
das Gesagte gemeinsam in derselben Durchschnittlichkeit versteht.“
(S.168/Z.35) „auf dem Wege des Weiter- und Nachredens“ zieht
das Geredete weitere Kreise: „Die Sache ist so, weil man es
sagt.“, es entwickelt sich das Gerede.

Die Neugier
Heidegger meint, sie suche das Neue nur, um von ihm erneut zu
Neuem zu springen. Es ginge nicht darum das „Licht der Weisheit“
zu erlangen oder zu erkennen. Die Klassik formuliert hier:
„Die Menschen streben von Natur aus nach Wissen“ im Unterschied
zu Heidegger.

Der Verfall (der Fall)
(S.177/Z.21f)Kommt das Dasein selbst ins Gerede und gibt die
Möglichkeit „…sich im Man zu verlieren, der Bodenlosigkeit
zu verfallen…“ eine stete Versuchung zum Verfallen.
„Das In-der-Welt-sein ist an ihm selbst versucherisch.“
(Das Dasein ist wie der Teufel.)
(S.177/Z.27f) „Gerede und Zweideutigkeit, das Alles-gesehen-
und Alles-verstanden-haben bilden die Vermeintlichkeit aus…“
die dem Dasein „…die Sicherheit, Echtheit und Fülle aller Mög-
lichkeiten seines Seins verbürgen.“
Alles ist in „bester Ordnung“ und beruhigend.
Dieses „verfallende In-der-Welt-sein“ wärmend, ist sogleich auch
„entfremdend“.
H. nennt diese „Bewegheit des Daseins in seinem eigenen Sein
den Absturz.“ (S.178/Z.29).
Der Sturz „in die Bodenlosigkeit und Nichtigkeit…der Alltäg-
lichkeit…bleibt ihm durch die öffentliche (Auslegung) verborgen“,
vielmehr wird er ausgelegt „als Aufstieg und konkretes Leben.“.

Bemerkung
Wittgensteins Eingangssatz im Tractatus ist:
„Die Welt ist alles was der Fall ist.“
Wir denken zuerst an Geschehen, Ereignis, Beschaffenheit,
an das was ist oder nicht ist oder geschehen könnte.
Betrachtet man es aber, ich würde es pathologische Sicht
nennen, als eine hervorgehobene Position, besonders,
beeindruckend, ungewöhnlich, so könnte der „Fall“ mit
einer, der Krankheit verglichen werden. Nur das von der
Regel abweichende, das Außergewöhnliche ist auffällig und
kann für eine Differenzierung des Gesamtbildes heran gezogen
werden.
Also ist „der Fall“ das gewöhnlich Ungewöhnliche. Es ist
alles Auffällige, auch das Verdeckte, erahnte, vorgestellte.
Es ist vorhanden, ob wahrgenommen oder nicht.
So betrachtet hat sich Heidegger des wichtigsten Statements
Wittgensteins bedient.

Die Angst
In der ursprünglichen Seinsganzheit des Daseins enthüllt sich das
Sein als Sorge. Nach Heidegger bringt nicht der oben genannte
Absturz die Diskussion um die Angst voran, da ja das Dasein
geradezu im Man-sein flüchtet, sich auflöst.
Zu bemerken aber ist, „daß die Flucht des Daseins Flucht vor ihm
selbst ist.“ Wovor also die Angst? Nicht vor der Flucht.
Die Furcht als Befindlichkeit hat einen bestimmten, „innerweltlichen“
Grund.
„Das Wovor der Angst ist das In-der-Welt-sein als solches.“(S.186/Z12)
Die Angst ist nirgends, „das Nichts ist es und nirgends“,
„das Wovor der Angst ist die Welt als solche.“
Es ist die Angst vor dem Leben!
Ist die Angst damit auch Ausdruck des Lebens?

 

Schluss
Bis hierher verstanden zu haben, lässt die Erkenntnis zu,
Heidegger bietet uns in „Sein und Zeit“ eine Betrachtungs-
möglichkeit von „Dasein“ an, die neu ist und heutigem
Dasein durchaus entspricht.

7. / 8. Eine kleine grobe Systematik v. S&Z

Veranstaltungen vom 01. u. 08.12.2016

von Andrea :

Hermeneutik des Daseins in „Sein und Zeit“

Eine Kernthese von „Sein und Zeit“ ist  das Ausgehen von einer Analyse des menschlichen Daseins in seiner Alltäglichkeit. Nach Heidegger ist Dasein schon immer in der Welt. Jeder theoretische Untersuchung geht ein durch die Lebenspraxis, den unmittelbaren Lebensvollzug erworbenes Verständnis der Welt voraus. Das ist neu in der Geschichte der Phänomenologie.

Bei Heidegger gibt es kein Subjekt (allenfalls die Moorleiche eines Subjekts). Das Subjekt war in der Geschichte der neuzeitlichen Philosophie, insbesondere der Erkenntnistheorie Träger der Erkenntnis (zurückgehend auf Descartes?). Der Einzelne hatte danach einen unzweifelhaften Zugang zu seinen Gedanken und Gefühlen und konnte auf dieser Basis Kenntnisse von der Außenwelt gewinnen.

Bei Heidegger ist das Verhältnis zu anderen unserem Selbstverhältnis immer schon vorgelagert. Alle Vorstellungen von uns selbst und der Welt sind bereits durch die Gemeinschaft, durch das „man“ geformt. Bevor wir anfangen zu reflektieren, sind die Deutungen und Vorstellungen die im Lebensvollzug im Zusammenleben mit anderen geformt wurden und werden, bereits vorhanden. Hiedegger erläutert diese Vorstellungen ausführlich in den Kapiteln über das „Mitsein“ (4. Kapitel §§ 25 bis 27 SuZ)

In Kapitel 5 SuZ geht es wieder um das Dasein Sinne seiner zentralen Stellung innerhalb der Fundamentalontologie. Es geht um die „Erschlossenheit“ des Daseins. Das Dasein wird von seiner Existenz her analysiert. Die Seinsarten, die sich von der Existenz her verstehen sind Existenziale (im Gegensatz zu Kategorien).

Heidegger geht in Kapitel 5 auf verschiedene Existenzial ein

6… Ein Traum von Foucault rettet (vorerst) Heidegger für mich

zur Veranstaltung vom 24.11.2016

von Andrea :

Leider war der letzte Donnerstag für mich ein sehr arbeitsreicher Tag gewesen, sodaß ich im Heideggerseminar nicht nur fast eingeschlafen wäre, sondern tatsächlich hin und wieder mittels eines kleinen Sekundenschlafes dem Seminar entfloh. Der Blick auf meinen Nachbarn verstärkte die Müdigkeit, weil er ebenfalls zeitweilig die Augen geschlossen zu haben schien.

Naturgemäß ist eine solche Müdigkeit – auch nach einem noch so langen Arbeitstag – nie nur eine rein körperliche. Ja, ich gestehe: nachdem mich Heidegger anfänglich verärgert hatte, langweilt er mich nunmehr. Deshalb ging ich den ganzen folgenden Freitag mit dem Gedanken um, nicht mehr in das Seminar zu gehen. (Live is too short to be bored). Hätte ich nicht in Nacht von Freitag auf Samstag einen Traum gehabt, in welchem ich mich mit Michel Foucault in deutscher Sprache unterhalten hätte………………

Jetzt sind sicher alle sehr gespannt, was mir Foucault mitzuteilen hatte. Leider kann ich mich daran nicht mehr daran erinnern, schade!

Aber der Traum führt mich zurück zur Heideggerlektüre.

Foucault hatte mit Beginn seines Studiums Deutsch  gelernt, um Husserl, Heidegger und Hegel im Original lesen zu können. Das beschämt mich. Ich kann Heidegger im Original lesen, welch ein Vorteil!

Viel habe ich aus der letzten Seminarstunde nicht mitgenommen. Darum kann ich hier auch eine Zusammenfassung geben. Für diejenigen, welche die letzte Stunde (ebenfalls) versäumt haben, verweise ich auf die Ausführungen zu den §§ 28 bis 38 in wikibooks https://de.wikibooks.org/wiki/Martin_Heidegger/_Sein_und_Zeit/_F%C3%BCnftes_Kapitel_%C2%A7%C2%A7_28%E2%80%9338

4.1 These: Finden wir das verlorene „Ich“ wieder?

Zusatz zum Stand der Gedanken

solo3

von Rainer :

 

These:

Um die Frage nach dem Sinn von Sein neu zu erörtern stellt Heidegger
das Dasein, als Alltäglichkeit in den Vordergrund.
Anders als bei seinen (modernen) Vordenkern („Ich denke also bin ich.“)
verschwindet das Ich zugunsten der „Anderen“ aus der Betrachtung.
Das nicht mehr vorhandene Ich ist einem „Man“ (Öffentlichkeit) –
ein „Niemand“, das alles ist, gewichen.
Erst hier, ohne den Ballast eines quasi metaphysischen „Ich“,
kann hinter den Verdeckungen über das „Man-selbst“ begonnen werden,
nach einer Identität zu suchen.
Es ist nicht das „Ich“-Postulat von Descartes (vom Ich zum allgemeinen),
sondern aus dem Dickicht des Allgemeinen findet er ein „Selbst“.

4. Verwandlung des „Man“ bis zur Unkenntlichkeit

Veranstaltung vom 10.11.2016

solo3

von Rainer

Nachdem das „Man“ das „Ich“ quasi neutralisiert hat (einige meinten, das „Ich“ wäre als „Moorleiche“ untergegangen) stellt Heidegger fest, dass in der (S.126/Z.40) „…Unauffälligkeit und Nichtfeststellbarkeit (…) das Man seine eigentliche Diktatur (entfaltet).“ (S.127/Z.4) „Das Man, das kein bestimmtes ist und das Alle, obzwar nicht als Summe, sind, schreibt die Seinart der Alltäglichkeit vor.“

In Durchschnittlichkeit, Abständigkeit, Einebnung zeigt sich, was wir „die Öffentlichkeit“ nennen. (Die
Öffentlichkeit verdunkelt alles, gibt sich aber als bekannt aus.)
(S.127/5.Abs.) „Das Man entlastet so das jeweilige Dasein in seiner Alltäglichkeit.“ -> es führt zu einer
„Seinsentlastung“, entlastet das Dasein mit „Leichtigkeit“, verfestigt gerade dadurch „seine hartnäckige
Herrschaft.“

(S.128/Z.6) „Jeder ist der Andere und Keiner er selbst.“ Das Man beantwortet die Frage nach „dem Wer des
alltäglichen Daseins“ mit „Niemand“.
Dieses Niemand ist kein Nichts, es ist „ens realissimum“ , das allerrealste Wesen, d. i. Gott.
Heidegger meint, das Man sei so wenig vorhanden, wie das Dasein. Je offensichtlicher das Man ist, desto
versteckter ist es – dennoch ist es aber nicht Nichts.

(S.129/Z.10) „Das Man ist ein Existenzial und gehört (…) zur positiven Verfassung des Daseins.“
Die Betrachtung des Daseins beginnt nicht mit dem (S.129/Z.28) „ich bin…im Sinne des eigenen Selbst, sondern die Anderen in der Weise des Man.“ Erst hieraus werde „ich mir selbst zunächst gegeben.“
Das Dasein ist zunächst Man und bleibt zumeist.

Das Dasein in der Welt erschließt sein eigentliches Sein immer durch das (S.129/Z.32) „Wegräumen der Verdeckungen und Verdunkelungen, als Zerbrechen der Vorstellungen, mit denen sich das Dasein gegen es selbst abriegelt.“

Hier scheint das „Ich“ (siehe Moorleiche) aus dem „Man-selbst“ wieder aufzutauchen, oder?

 

Kritik zu Susan Neimann „Die Quelle allen Unglücks“

Beitrag zu Diskussionstext im Seminar Teil 2.  Hiedeggers „Sein und Zeit“

von Andrea

Kritik zu Susan Neimann „Die Quelle allen Unglücks“

Neiman vertritt in dem Zeit-Artikel vom 27.10.16 mit dem Titel „Die Quelle allen Unglücks“ die Ansicht, dass Heideggers Nähe zum Nationalsozialismus und sein Antisemitismus auf seinen Antimodernismus zurückzuführen seien. Warum dies allerdings so ist, wird aus dem Artikel leider nicht verständlich. 

Nach Ansicht von Neimann sieht Heidegger in der aufklärerischen Moderne die Quelle allen Unglücks unserer Zeit. Für sie selbst erscheint der Antimodernismus  als die Quelle jeglichen Übels. Leider erläutert Neimann den heideggerschen Antimodernismus nicht eingehend und erklärt auch nicht, wieso daraus gerade eine Nähe zum Nationalsozialismus folgen muß. Sie hält ein Plädoyer für die Ideen der Aufklärung und versucht eine Apologie derselben gegen ihre Kritiker. Sie wünscht sich die Fortführung der Moderne, denn diese erscheint ihr „der einzige Weg, der Hoffnung auf irgendeine Form von Fortschritt“ zuläßt. Welche Art von „Fortschritt“ sich Neimann wünscht, bleibt allerdings offen. Jedenfalls glaubt sie an die Idee der Aufklärung, welche vermutlich vor falschen Ideen und wie Nationalsozialismus und Antisemitismus schützen soll.

Liest man Neimann bekommt man sogleich ein schlechtes Gewissen, wenn man der Postmoderne nahesteht und nicht mehr an die großen Erzählungen und Ideale glaubt. Wird man dann vielleicht schon politisch als Sympathisant des Nationalsozialismus und Antisemitismus verdächtigt?

Brauchen wir wirklich – wie Neimann es sieht- eine bestimmte „gute“ Idee von der Wirklichkeit wie z.B. die Aufklärung, die uns davor schützt, falschen Ideen, wie dem Nationalsozialismus aufzusitzen?

Waren es aber nicht immer gerade Ideen für die Kriege geführt wurden? Wurden nicht immer Menschen bekämpft, die den gerade herrschenden Ideen nicht entsprachen? Kann uns wirklich ein „gutes“ Ideal vor anderen schlechteren Idealen schützen. Ist es nicht vielmehr so, dass ein Mensch, der sich mit einer Idee identifiziert- sei es die Idee der Aufklärung oder sonst eine Idee- von jemandem bedroht fühlt, der seine  Vorstellungen ablehnt und dann den anderen bekämpfen muss.

3.1 Heidegger und die „Subjektphilosophie“

Ergänzung zur 3. Veranstaltung

von Andrea

Heidegger setzt sich in „Sein und Zeit“ mit der „Subjekthhilosophie“ (Subjekt von lateinisch subiectum ‚das Daruntergeworfene) auseinander.

Ursprünglich kennzeichnete der Begriff „Subjekt“ einen Gegenstand des Handelns oder einen Sachverhalt, über den eine Aussage gemacht wird.

In der Neuzeit wurde der Begriff dann immer mehr einem „erkennenden Ich“ zugeordnet. Dieses erkennt die Welt, aber nicht so „wie sie ist“ sondern im Rahmen seiner Erkenntnismöglichkeiten (Kant). Es entsteht dadurch ein Dualismus zwischen Innen- und Außenwelt. Indem das Subjekt sich auf die Dinge in der Welt richtet, ist das Subjekt Träger sogenannter intentionaler Akte. Die intentionalen Gegenstände der Erkenntnis werden dann im Denken repräsentiert und als Objekt bezeichnet. Es gibt nun ein Subjekt-Objekt-Schema. Vertreter der modernen Subjekt -Philosophie sind Descartes und Kant.

Nach Heidegger ist das Subjekt und die Subjektiviät des Subjekts nicht das Selbstverständliche, sondern das Fragwürdige. Für ihn stellt die Subjektphilosophie das Zentrum der abendländischen Metaphysik dar.

Der Mensch ist für Heidegger nicht mehr im klassischen Sinn Subjekt, dem eine ihm externe Welt gegenübersteht. Heidegger hat in „Sein und Zeit“ mit der Subjektphilosophie gebrochen. Der Mensch ist laut Heidegger schon immer in der Welt. Das In-der-Welt-sein bezeichnet die Seinsweise des Daseins. Die Welt steht dem Subjekt nicht gegenüber, wie in der Subjektphilosophie, sondern Dasein ist immer schon in der Welt.

Heidegger unterläuft die Subjekt-Objekt-Spaltung der klassischen Subjektphilosophie, weil er meint, dass wir immer schon in der Welt sind, die uns in der Alltäglichkeit über den Umgang mit den Gebrauchsdingen erschlosssen ist. Es geht ihm um den pragmatischen Bezug zu innerweltlich Seiendem. Der Mensch ist bei ihm zwar auch ein Konstrukteur, aber er ist auch schon eingelassen in eine Welt voller Bezüge.

Besucherz�hler Skript