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und geht…

Freiheit, hin und her

Streitgespräch zwischen Rainer und Andrea über das Thema: Freiheit

Was ist Freiheit?

Ist es die grandiose Möglichkeit alles zu tun was man möchte? DieFreiheit jeglichen Gedanken für möglich zu halten? Ja, jeden Gedanken überhaupt zuzulassen? Kann ich alles tun was ich möchte?

Und dazu fällt mir noch eine Frage ein: Bin ich so denn überhaupt so frei zu wissen, was ich möchte? Oder halte ich bereits das, was ich“ möchten soll“ für das, was ich möchte. Inwieweit hat es permanente Disziplinierung durch die Gesellschaft erreicht, dass ich das gesellschaftlich gewollte, als das von mir gewollte ansehe. Inwieweit hat mich die Reklame dazu gebracht, etwas zu wollen etc. Wäre es in diesem Falle noch Freiheit das zu tun, was ich möchte?

Wenn du hinterfragst,ob die Gesellschaft die Ideengeberin deiner Gedanken sei; so nehme ich an, sie hätte etwas dagegen,
wenn du die erkenntest?

eigentlich nicht! Ich denke die „Gesellschaft“ stört es nicht, wenn die Mitglieder erkennen, was sie sollen und wie sie dazu gebracht werden sollen. Sie müssen das nicht mal gut finden, Hauptsache die Sache läuft. Einzelne Abweichler sind ebenfalls nicht relevant. Friedliche Demos und Wahlen stören das System nicht, stärken es vielmehr. Einzelne stören auch nicht durch Konsumverzicht.
Was allerdings schlimm wäre, wenn plötzlich keiner mehr Bock auf neue Smartphones, schicke Autos, Flugreisen usf. hätte. Das ist aber nicht zu erwarten.

Es geht auch hier um die Fragen; die richtigen?
Ja, es wäre Freiheit, aber eine formale, konsumierende. Ob du es wirklich möchtest, müsstest du erfragen.

Gegenfrage: geht es bei der Frage „was ist Freiheit“darum, was ich möchte ? Ich dachte es geht um die Frage: „Was ist F.“ Eine übrigens – wie wir bei Popper gelernt haben – total überholte Frage aus alten metaphysischen Zeiten.

Ist Freiheit grenzenlos? Gibt es in ihr keine Regeln? Oder kann Freiheit nicht schrankenlos sein? Widerspricht Freiheit demZusammenleben von Menschen? (Hier ist gemeint die individuelle Freiheit über gesellschaftliche Notwendigkeit).Muss Freiheit im Spiel mit anderen Menschen nicht Bedingungen unterliegen?

Die Vorstellungen der Gesellschaft und Vorstellungen des Einzelnen werden wohl immer in Konflikt stehen.

Warum muss das sein?

Das muss so sein, weil in einer Gesellschaft immer einige die Richtung vorgeben (weil sie stärker sind, bzw. reicher) und weil diese Richtung naturgemäß nicht allen gefallen kann-

Foucault meint, dass der Widerstand auch Teil der Macht ist und diese möglicherweise stärkt, ohne dass wir das überhaupt bemerken. Was bedeutet das für die Freiheit? Wo Freiheit ist, ist auch Macht. Nach Foucault gibt es außerdem Machtbeziehungen nur in dem Maße, in dem die Subjekte frei sind. Damit eine Machtbeziehung bestehen kann, bedarf es also auf beiden Seite einer bestimmten Form von Freiheit. Nach Foucault ist die Freiheit geradezu als die Voraussetzung von Machtausübung. Sklaverei ist danach keine Machtbeziehung, denn es handelt sich um physischen Zwang. Freiheit ist also eine notwendige Voraussetzung für die Ausübung von Macht. Andererseits muss sich die Freiheit gleichzeitig der Machtausübung widersetzen, welche immer versucht ist vollständig über die Freiheit zu bestimmen.

Das verstehe ich nicht wirklich
-> gerade über die Freiheit entwinde ich mich der Machtausübung durch andere und nach meiner These gibt es keine Freiheit gegen andere!

Aus meiner Sicht ist es nicht möglich, sich der Machtausübung zu entziehen, es ist nur möglich eine Macht durch eine andere zu ersetzen. Die Macht steht uns auch nicht gegenüber in Gestalt von Menschen. Sie steckt in den Strukturen. Jean Ziegler hat einmal gesagt, dass er sehr nette Menschen kennengelernt hat, die im Management von Nestle´arbeiten. Sie sind überhaupt nicht böse. Aber dennoch sind sie für Tod und Verelendung von Menschen verantwortlich, weil sie für die Gewinnmaximierung des Konzerns verantwortlich sind. Auch Lebensmittelspekulanten können ganz liebenswürdig sein. Die Macht liegt in den Strukturen, s. auch Marx. Wie willst Du Dich denn beispielsweise der Macht des Geldes „entwinden“ Und das ist doch die eigentliche Macht.

Ist Freiheit der Gegensatz zu Machtausübung? Ist Machtausübung ggf. jeder menschlichen Beziehung immanent. Dann ist vielleicht auch die Freiheit als Kehrseite jeder Beziehung immanent. Dann geht es vielleicht nicht um das „ob“ und das „wie“ der Freiheit, und das „wer“ und das „wieviel“, Balance?

Zuerst befreite der Mensch sich aus den Zwängen,der ihn umgebenden Natur (weit gehend).

Dafür hat er sich lieber von einigen Großkonzernen abhängig gemacht. Bis Ende des Jahres werden voraussichtlich nur noch drei Konzerne 70 Prozent des Welthandels mit Agrarstoffen beherrschen. („Wer die Saat hat, hat das sagen“Morgenpost, Januar 2017 )

Soll doch nur ein Hinweis sein, dass Freiheit erst möglich wird, wenn wir etwas zu essen haben, sonst hatten wir nur die Freiheit
zu sterben (zu verhungern).

Ich meine: da wir nicht mehr in der Lage sind, uns selbst zu versorgen (wegen der Einhegung allen Grund und Bodens) und das, was wir zum Überleben benötigen in der Hand weniger liegt, sind wir erpressbar durch diese, sofern uns das Weiterleben nicht gleichgültig ist.
Damit haben diese Konzerne eine ungeheuere Macht, mein Verhalten zu kontrollieren.- Ich kann mich freilich dieser Machtausübung durch Ableben entwinden, aber ist das Freiheit?

Ich sehe bei einem Begriff „wirkliche Freiheit“ keine Trennung zwischen äußerer und innerer Freiheit ->
irgendwann vernichtet Gewalt auch innere Freiheit (trotz anderer Behauptung s.o.)

Gewalt ist eine Sache für sich. Es geht doch – zumindest in unseren Breiten- nicht um Freiheit von Gewalt. In unserer Zeit und in unseren Breiten wird keine Gewalt mehr benötig, die Zurichtung des Menschen ist in Jahrhunderten erfolgt. (Nietzsche) Sie ist bereits nach innen verlagert. Fremdzwang ist durch Selbstzwang abgelöst, wir stehen pünktlich auf, halten Verträge ein und ziehen uns an. Außerdem geht es uns gut. Wir machen mit, wir kaufen, wir wählen …………….Ist das Freiheit? Im Kapitalismus muss ich mich nicht der Machtausübung durch andere „entwinden“, um frei zu sein. Ich muss nur Geld haben. Das befreit mich von Nöten und Pflichten und von Machtanmaßungen anderer. Ich habe selbst dadurch die Macht.

Meine Gleichung für unser Gesellschaftssystem: Geld = Freiheit.

Innere Freiheit könnte aber vielleicht ein erster Schritt aus dem Frettchenrad des Systems sein, ob ich Geld habe oder nicht. Innere Freiheit durch Erkenntnis der Strukturen des Systems und meines eigenen Denkens könnte mich zumindest davon befreien, im neuen Smartphone mein Seelenheil zu suchen. Das wäre schon ein schönes Stück Freiheit.

Freiheit

Gedanken zur Freiheit von Rainer, Okt.2017

Was ist Freiheit?

Ist es die grandiose Möglichkeit alles zu tun was man möchte? DieFreiheit jeglichen Gedanken für möglich zu halten? Ja, jeden Gedanken überhaupt zuzulassen? Kann ich alles tun was ich möchte?

Ist Freiheit grenzenlos? Gibt es in ihr keine Regeln?Oder kann Freiheit nicht schrankenlos sein? Widerspricht Freiheit demZusammenleben von Menschen? (Hier ist gemeint die individuelle Freiheit über gesellschaftliche Notwendigkeit).Muss Freiheit im Spiel mit anderen Menschen nicht Bedingungen unterliegen?

Ich vermute Freiheit kann nicht zügellos sein!Denn wenn die persönliche Freiheit zulasten der Freiheit von anderengeht, dann ist die eigeneFreiheit die Geißel des anderen (Jean-Jacques Rousseau: Knecht und Herr).Macht, Machtausübung ist die Folge, wenn der Freiheitliche für seineFreiheit Macht einsetzt.(Rosa Luxemburg: „Freiheit ist immer die Freiheit der anderen!“).

Aber was ist mit dem Gedanken? Diese kann man zwar indoktrinieren, dann sind sie aber natürlich nicht mehr frei, aber man kann sie nicht ganz vereinnahmen („doch es bleibe dabei, die Gedanken sind frei“).

So habe ich eine Frau im Fernsehen gesehen, die über Jahre gefangengehalten wurde und trotzdem in ihrem Inneren frei war. Sie hatte eine Vorstellung von der Welt draußen und war so voller Stärke, dass ihre körperliche Existenz nicht von der Bedeutung war, wie ihr Wunschspäter einmal als Biologin auf einer einsamen Insel ein Projekt zu betreuen.

Freiheit,  als eine geistige Freiheit.bedarf also mehr als nur eine körperliche Unversehrtheit, Freiheit scheint mir das Selbstbewusstsein des Menschen zu sein. Ichwiederhole: das selbst – bewusst – sein. Bin ich also ich, ruhig in mir, kann Zweifel und Widersprüche in meinem Kopf ertragen, lasse ich mich nicht verführen (einfach ist eben zu einfach), dann habe ich eineChance der Freiheit in inhaltlicher Form nahezu kommen.

Freiheit ist somit natürlich mehr als nur unter 36 Kanälen im Fernseheneinen auszuwählen oder wenn ich Geld habe, konsumieren zu können. Freiheit ist wesentlich subtiler und losgelöster vom Individuum als wir es gemeinhin glauben. Nicht die Freiheit des Individuums kann somit im Mittelpunkt stehen, sondern nur die Freiheit gegenüber diesem (bitte keine Anspielung auf Religion).

Hier beginnt natürlich das Problem. Wenn ich Freiheit beschreibe, somuss ich auch immer die Bedingungen beschreiben unter denen dieser Freiheitsbegriff oder diese Freiheit gilt. Damit begebe ich mich natürlich auf eine politische (praktische), zumindest aber auf einephilosophische Ebene.

Genau hier verliere ich das inhaltliche Verhältnis zu Freiheit. Ichmache Freiheit abhängig von den Bedingungen, anstatt die Bedingung abhängig zu machen von dem was ich als Freiheit verstehe.Gibt es nichts was wichtiger ist als die Freiheit, müssen sich natürlichdie Bedingungen unter diesem Begriff subsumieren.

Man kann natürlich die Freiheit aber auch nicht losgelöst von denmenschlichen Umständen beziehungsweise ihrer gesellschaftlichen Einbettung betrachten, sonst wäre der Freiheit nichts als eine Idee, deren Umsetzung einfach nur im Kopf stattfindet. Freiheit ist aber mehr als das.

Zuerst befreite der Mensch sich aus den Zwängen,der ihn umgebenden Natur (weit gehend).Das war für ihn noch nicht sichtbar als Freiheit, sondern in seinemÜberlebenskampf war hier ein Mehr existenzieller Sicherheit das Ergebnis. Wenn aber die Techniken und Fähigkeiten des Menschen so weit fortgeschritten waren und die gesellschaftlichen Bedingungen noch so waren, dass die menschliche Arbeit von wenigen ausgebeutet werden konnte, so fand dann erst eine Form der Betrachtung von Freiheit statt: die einen hatten die Freiheit für alles und dieanderen konnten dankbar sein für die Freiheit die man ihnen ließ.Hier stellt sich dar, dass es offensichtlich zwei, in dieser Situationverschiedene Formen von Freiheit gab (wobei der Begriff Formen hier fragwürdig ist).Die einen hatten sie, indem sie andere ausbeuten konnten, sich ihrerArbeit bemächtigen konnten und die anderen träumten vorerst von der Zerschlagung des Jochs – ihre Freiheit war die Freiheit von der Unterdrückung durch andere.Die Menschen die von Freiheit träumten oder die Menschen, die übereine wirkliche Freiheit nachdachten, konnten zu keiner Zeitausschließen, dass ihre Freiheit eine wirkliche Freiheit wäre, wirklich im Sinne von für alle, ohne Lasten für alle und für alle gleich.

Wohl betrachtet, muss ich wohl Freiheit zuerst von der Individualitättrennen, dann komme ich erst auf den Kern von Freiheit. Freiheit gibt es nur im Kollektiv, nur als als Zusammenhang von mir zu anderen und anderen zu mir.Der Begriff von Freiheit wäre nicht notwendig, wenn es keine anderen um mich herum gäbe.So kann Freiheit nur im Zusammenhang mit anderen begriffen werden.

Keine Freiheit gegen andere, sondern nur Freiheit mit anderen. (Natürliche Konsequenzen für mein eigenes Ego, ich kann nicht im Mittelpunkt stehen, ich kann nur mit anderen gehen!)

Unsere Gesellschaft, wie sie zurzeit existiert, die die Individualitätin den Vordergrund stellt und damit eine vermeintliche Freiheit des einzelnen als allerwichtigstes darstellt, läuft an den Voraussetzungen für eine freiheitliche Gesellschaft vorbei. Nur wer die Bedingungen für allepositiv eingestellt kann auch für sich in Anspruch nehmen: für dieFreiheit zu sein!

Hier geht die Diskussion los…

 

Plädoyer für eine kleine Herbstdepression

von Andrea

Plädoyer für eine kleine Herbstdepression

 

Wie jedes Jahr im Herbst, wenn mir die mich umgebende Natur meine eigene Vergänglichkeit stärker wiederspiegelt als zu anderen Jahreszeiten und die blinde Hoffnung auf Beständigkeit keine Chance mehr hat, besucht mich eine Herbstdepression. Inzwischen kann ich ganz heiter über sie plaudern, früher aber hatte sie mich gewaltig im Griff. Sie ist erheblich freundlicher geworden seit ich sie nicht mehr fürchte sondern höflich begrüße. Ich begrüße sie als jemanden, der in dieser Zeit zu mir gehört.  Sie kommt in der Zeit der kürzer werdenden Tage  und der sinkenden Temperatur, der tiefstehenden Sonne auf bunten Blättern.  So ist auch ihre Natur, dunkel und kalt mit Sonnenstrahlen auf buntem Laub.  Früher war sie für mich überwätigend wie C.G. Jungs  “dunkler Engel”,  heute nenne ich sie “depressio macchiato”, also eine dunkle Stimmung mit Flecken heiterer Phasen.

 

Eigentlich hatte ich sie ganz loswerden wollen. Jedoch machte sie sich immer breiter, wenn sie spürte, dass ich einen Fluchtversuch unternehmen wollte. Ich nehme ihr das nun nicht mehr übel. Ich weiß ja, ihr liegt meine Weigerung zugrunde, mich der Angst vor Tod und Vergänglichkeit zu stellen. Erfahrungsgemäß geht es mir aber viel besser, wenn ich mich stelle. Das Vermeidenwollen macht alles schlimmer und die Angst größer. Wenn ich jedoch meine Trauer über meinen gewissen Verfall und Tod durchlebe, hat die Angst keine Chance mehr: keine Hoffnung, keine Angst.

 

Ich betrachte die Natur und weiß, dass es das ewige Leben gibt, leider nur nicht das individuelle. Ich brauche mir also keine Sorgen mehr zu machen und keine Fluchtversuche unternehmen. Der Ausgang steht fest. Ich kann meine Energie einfach dafür nutzen, es mir ganz gemütlich zu machen.

 

https://heinrich11.wordpress.com/

Angst mit geschlossenen Augen

solo3

von Rainer

 

 

  • Thesen:
    Fremdes ist Unbekanntes → Bekanntes kann nicht fremd sein.
  • Ein Fremder ist ein Unbekannter → ein Bekannter ist kein Fremder
  • Neues ist in der Regel unbekannt, daher fremd.
  • Neue Menschen sind unbekannt, daher fremde Menschen

Passiv
Der neue Tag bringt Unerwartetes, Unbekanntes – ein fremder Tag.

Aktiv
Ich gehe in eine Disco um einen / eine Fremde(n) zu treffen,
damit er / sie ein(e) Bekannte(r) wird.

Ich lebe mit dem Fremden, täglich.
Ich kann ihm nicht aus dem Weg gehen, bis es sich mir entdeckt
und Bekanntes wird.

Meide ich das Erkennen, stemme ich mich gegen die Tagtäglichkeit,
schaue ich vorbei, will ich es nicht wissen, versäume ich mich zu
stellen, es zu stellen, führt meine Unwissenheit zu Angst vor
dem Neuen, vor dem Fremden.

Angst ist normal, wenn man die Augen verschließt!

Die Abschaffung der Wahrheit bedeutet Nihilismus

 

von Andrea

Die Abschaffung der Wahrheit bedeutet Nihilismus. Was aber bedeutet dieser für die Gesellschaft?

Bereits Nietzsche definierte den Nihilismus:

„Nihilism: es fehlt das Ziel; es fehlt die Antwort auf das ´Warum?` was bedeutet Nihilism? – daß die obersten Werthe sich entwerthen.“(Friedrich Nietzsche,  Nachgelassene Fragmente)

Die Postmoderne „dekonstruiert“ in der Folge von Nietzsche weiter Wahrheit, Objektivität, erkennendes und moralisches Subjekt, Vernunft und allgemeingültige moralische Grundsätze.

Die Postmodernen Denker können daher nicht mehr die Frage beantworten, welche Macht legitim und welche nicht legitim ist, anhand welcher Kriterien „gute“ von „schlechter“ Macht unterschieden werden kann. Um diese Frage zu beantworten, wäre der Bezug auf feste Prinzipien bzw. allgemeingültige Normen notwendig, welcher aber ablehnt wird. Wenn dies aber die Haltung einer Gesellschaft ist, gibt es eigentlich keinen Grund, deren herrschenden Strukturen zu ergründen oder zu erklären, warum Veränderung wünschbar sein könnte wie man sie herbeiführen könnte könnte. Man kann sich dann bereits ohnehin nicht mehr vorstellen, das Ganze zu verstehen.

„Seine (des Nihilismus) „Politik“ ist diejenige des Pragmatismus, der müde Liberalismus, der zur entwürdigten Norm passt.

Dekonstruktion beispielsweise behandelt jedes moralische Urteil als ein endlos manipulierbares Fragment, das weder Sinn noch inneren Wert hat. Rem Koolhaus formuliert die postmoderne Unterwerfung wie folgt: „Nach Derrida können wir das Ganze nicht verstehen, nach Baudrillard können wir nicht real sein, gemäss Virilio können wir nicht dort sein“. http://raumgegenzement.blogsport.de/2009/12/01/john-zerzan-das-zeitalter-des-nihilismus-2000/

Was aber bedeutet das in der Praxis. Was folgt daraus politisch? In der Schrift Der kommende Aufstand von Comité Invisible heißt es hierzu beispielsweise:

„Keine soziale Ordnung kann dauerhaft auf dem Prinzip aufbauen, dass nichts wahr ist.

 Also muss sie zusammengehalten werden. Die Anwendung des Konzepts der »Sicherheit« auf jede einzelne Sache ist heutzutage Ausdruck des Projekts, die ideale Ordnung in die Wesen selbst, in Verhalten und Orte zu integrieren, eine Ordnung, der sich zu unterwerfen sie nicht mehr bereit sind.

»Nichts ist wahr« sagt nichts über die Welt, sondern alles über das abendländische Konzept der Wahrheit. Die Wahrheit wird hier nicht als Attribut der Wesen oder Dinge wahrgenommen, sondern als ihre Repräsentation. Eine Repräsentation gilt als echt, wenn sie erfahrungskonform ist. “ https://linksunten.indymedia.org/node/22964

Was meinen Sie dazu? Sind wir noch zu retten?

Die „wahre Wahrheit“ als Machtmittel ?

 

von Andrea

Nietzsche als Ende der Moderne

„Die Wahrheit ist ein Irrtum, der nicht mehr abgewiesen werden kann, weil er durch eine lange Geschichte hartgesotten wurde“ (Nietzsche)

Nietzsche hat dies sehr schön in dem Text „Wie die »wahre Welt« endlich zur Fabel wurde“ über die „Geschichte eines Irrthums“ vertieft:

„1. Die wahre Welt, erreichbar für den Weisen, den Frommen, den Tugendhaften, – er lebt in ihr, er ist sie.

    ………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

  1. Die wahre Welt haben wir abgeschafft: welche Welt blieb übrig? die scheinbare vielleicht?… Aber nein! mit der wahren Welt haben wir auch die scheinbare abgeschafft!“ (Götzen-Dämmerung, Kapitel 6)

Wir haben die wahre Welt auch leider (oder glücklicherweise?) bis heute nicht wiedergefunden.

Das Ende der Metaerzählungen in der Postmoderne

Jean-François Lyotards erklärt in seiner Schrift „Das postmoderne Wissen“ von 1979 die großen welterklärenden philosophischen Systeme der Moderne für gescheitert . Er spricht vom „Ende der großen Erzählungen“; nennt also die philosophischen Systeme „Erzählungen“. Diesen modernen „Erzählungen“ der Welterklärung liege je ein zentrales Prinzip zugrunde (z. B. das Subjekt). Auf dieser Grundlage sollten allgemeinen Aussagen zustande kommen. Aber hierin sieht Lyotard das Problem, dass auf diese Weise das Heterogene, das Einzelne unter eine allgemeine Betrachtungsweise „gezwungen“ wird.

Er setzt darum an die Stelle eines allgemeingültigen und absoluten Erklärungsprinzips (Gott, Subjekt, Vernunft, Systemtheorie, marxistische Gesellschaftstheorie etc.) eine Vielzahl von Sprachspielen, welche verschiedene „Erzählungen“, also Erklärungsmodelle anbieten. (Wikepedia). Bei Lyotard hat also die eine wahre Wahrheit keine Chance.

Dies hat gesellschaftliche Konsequenzen: Dienten in der Moderne die Metaerzählungen noch dazu, gesellschaftliche Institutionen, politische Praktiken, Ethik und Denkweisen zu legitimieren, so geht in der Postmoderne dieser Konsens verloren und löst sich auf in eine Vielzahl von nicht miteinander zu vereinbarenden Wahrheits- und Gerechtigkeitsbegriffen(Wikepedia)

Wahrheit und Macht bei Foucault

Das Thema der Verbindung von Wahrheit und Macht hat auch bereits Nietzsche in seiner „Genealogie der Moral“ angesprochen. Er entlarvt die Definition von moralischen Werten als  Machtstrategie.

Dies ist auch das Thema von Michel Foucault:

„Wichtig  ist,  so  glaube  ich,  daß  die  Wahrheit  weder  außerhalb  der  Macht  steht  noch  ohne  Macht  ist  […].  Die  Wahrheit  ist  von  dieser  Welt;  in  dieser  wird  sie  aufgrund  vielfältiger   Zwänge   produziert,   verfügt   sie   über   geregelte   Machtwirkungen.   Jede Gesellschaft  hat  ihre  eigene  Ordnung  der  Wahrheit,  ihre  allgemeine  „Politik  der Wahrheit“ […].“

Foucault,  Michel  (1978):  Dispositive  der  Macht.  Michel  Foucault  über  Sexualität,  Wissen  und  Wahrheit. Übers. von Elke Wehr u.a. Berlin: Merve, S.51

Wahrheit und der Weg zu ihr

solo3

von Rainer

Die Wahrheit ist das Ziel des Denkens
(eigentlich ist es Wunsch sie zu erlangen)
Die Suche nach der „absoluten“ Wahrheit ist das denkende Leben.
These:
Es gibt nur eine Wahrheit, das ist der Tod!
(empirisch beweisbar, jedem einsichtig)
Fände man die Wahrheit wäre es das Ende (glückliches Ende).Die Suche nach „der Wahrheit“ kann nur grau sein,
unklar, durchscheinend zwar aber nicht durchsichtig,
Erst nach dem der Gedanke (die Frage) formuliert ist,
überprüft ist auf Ergebnisse, ist der Teilschritt der
Suche temporär bestätigt.

Die Ahnung von Wahrheit ist subjektiv –
Wahrheit muss aber sowohl subjektiv als auch objektiv
wahr sein.
Wahrheit gilt für alle Subjekte!

Quelle: Wahrheit und der Weg zu ihr – zweifellos.cool

Leben nach dem Tod?

solo3

von Rainer

 

Was wäre, wenn es ein Leben nach dem Tod gäbe?
– Und es gäbe keinen Gott oder kein „Jüngstes Gericht“;
→ Was bedeutete das fürs Leben? → Wäre es egal:
„gut“ oder „böse“ zu sein?

Was bedeutet es für das Leben, wenn wir sterblich
und vergänglich (z.B. materiell) wären?
→ Was heißt das für mein Verhalten (moralisch, sozial…)?

Quelle: Leben nach dem Tod? – zweifellos.cool

Ungerechtigkeit als Antriebskraft

solo3

von Rainer

Ungerechtigkeit ist die Antriebskraft –
—–Gerechtigkeit ist nur ein Wunsch
——-Niemand geht für „Gerechtigkeit“  demonstrierend auf die Straße

Pessimismus ist Antrieb, nicht Optimismus;
—–mit dem die Welt durch eine rosarote Brille betrachtet wird
——-und verdrängt

Pathos (als Leiden) ist Antriebsgrund
—–Pathologie, die logische Suche nach den Ursachen des Leidens

Christliche Religion: ertragen des Leidens (sich schicken in die
—–Unlogik) für eine Wunschvorstellung
——-nicht das Leben wird erträglich gemacht,
——-sondern das „Überleben“
⇒ nach Beendigung des Lebens erfüllt es sich!

siehe auch: Friedrich Nietzsche,"Fröhliche Wissenschaft", §111 →
über die "Unlogik" zur Logik
(etwas ähnliches soll gleich sein → unlogisch)

Quelle: Ungerechtigkeit als Antriebskraft – zweifellos.cool

Grundgedanken zum Aufbau einer philosophischen Schule

Bericht über die Veranstaltung „Grundlegung zum Aufbau einer philosophischen Schule“

von philohof

Link: http://www.philomedia.at

Am 22. April 2015, 19 – 21 Uhr gestaltete ich eine philosophische Abendveranstaltung in der Reihe „Philodrom“ im Club PhiloMedia, Josefsgasse 1, 1080 Wien. Das Thema waren grundlegende Gedanken zum Aufbau einer philosophischen Schule. Die Veranstaltung war gut besucht und erfreute sich lebhafter Teilnahme und Diskussion.

 

  1. „Was ist Arbeit?“ (als philosophisches Spiel)

Den Abend begann ich mit dem Spiel „Was ist Arbeit?“, das für den Sprachunterricht in Deutsch erfunden worden ist. Es handelt sich dabei um eine Übung, die Beispiele wie „Eine Angestellte wartet auf der Toilette auf das Ende ihrer Arbeitszeit.“, „Bauern kippen Obst ins Meer.“ oder „Ein Hund bellt den Briefträger an“ bringt und jeweils fragt, ob das Arbeit ist. Bei dieser Übung ist kaum möglich, in der Gruppe zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen. Der einzelne Mensch jedoch kann durch Nachdenken durchaus mit sich selbst darüber ins Reine darüber kommen, was er denn nun für Arbeit hält und nach welchem Kriterium, wenn er sich diese Beispiele vorlegt. Allerdings bezeichnen heute viele Menschen eine Tätigkeit, die kein gemeinsames Ergebnis hervorbringt, als „etwas, bei dem nichts herauskommt“.

Mit diesem Spiel wollte ich zeigen, wie das Urteil vieler Menschen Tätigkeiten, die zur individuellen Orientierungsfindung durchaus beitragen können, entwertet.

 

  1. Warum es heute nicht erlaubt ist zu philosophieren

 

Als nächstes formulierte ich mein brennendstes Bedürfnis im Leben: „Ich möchte philosophieren.“ – und erklärte, warum mir das Philosophieren heute gar nicht erlaubt zu sein scheint. Freilich ist es nicht in der Weise verboten, dass man dafür bestraft würde, sondern eher in der Weise, als hätte man den Wunsch, schwimmen zu gehen und es gäbe kein Schwimmbad.

 

  1. a) Arbeitsteilung und Expertentum

Wir glauben heute, dass nur Experten eine Tätigkeit ordentlich ausführen können. Wenn der Laie daher philosophiert, wird man sagen: „Mach dich doch nicht lächerlich! Überlass das den Liessmanns, Pfallers, Zizeks und Sloterdijks, die können das besser!“

  1. b) Die Weigerung, Philosophie als Tätigkeit aufzufassen

Philosophie wird heute nicht mehr (wie in der Antike) als Tätigkeit gesehen, sondern als die Menge aller philosophischen Erkenntnisse oder als Wissen über Philosophie. Auf diese Weise wird die Philosophie verdinglicht und vom Menschen getrennt. Wenn Philosophie keine Tätigkeit ist, macht es für den philosophischen Laien keinen Sinn zu philosophieren – es ist dann kostengünstiger und effektiver, wenn die professionellen Philosophen philosophieren und wir uns hinterher ihre philosophischen Einsichten anhören.

  1. c) Die Verehrung der objektiven Erkenntnis

Unter objektiver Erkenntnis verstehen wir die Haltung, dass die Gegenstände unserer Erkenntnis auch unabhängig von unserer Erkenntnis existieren. Allerdings geht das Streben nach objektiver Erkenntnis auch oft mit einer Bevorzugung von Themen einher, die „von allgemeinem Interesse“ sind. Das „allgemeine Interesse“ oder die „gesellschaftliche Bedeutung“ ist gewissermaßen die Entsprechung der Objektivität, wenn es um die Wahl des Forschungsprojekts geht. Auf diese Weise führt der Wert der objektiven Erkenntnis mittelbar zu einer Entwertung von Erkenntnisinteressen, die bloß der Orientierung der eigenen Person in der Welt dienen.

Diese drei in der gegenwärtigen Gesellschaft allgemein geteilten Grundhaltungen lassen erkennen, auf welche Weise das Philosophieren heute verboten ist. Der Glaube ans Expertentum setzt den philosophierenden Menschen dem Vorwurf der Unprofessionalität aus. Der Glaube, wonach Philosophie im Wissen aus dem Fach Philosophie besteht, drückt sich in der Verständnislosigkeit der Menschen gegenüber dem aus, was ein Mensch tut, wenn er philosophiert: Ein eigenes Geistesleben haben – braucht man das überhaupt? Die Verehrung der Objektivität lässt den Menschen die Fragen, die ein philosophierender Mensch stellt, um Orientierung in der Welt zu gewinnen, als irrelevant und überflüssig erscheinen, weil das Orientierungsbedürfnis eines einzelnen Menschen nicht von allgemeinem Interesse ist.

Aus alldem folgt: Philosophieren ist nicht direkt verboten, aber es ist eigentlich nicht vorgesehen. Und vom Gefühl her – insbesondere, wenn man anderen Menschen vom eigenen Philosophieren erzählt – ist es so ähnlich wie wenn man einen Hund gegen den Strich bürstet.

  1. Das private Erkenntnisprojekt

 

Im Anschluss daran erklärte ich das Leistungsangebot der philosophischen Praxis, für die Sascha Nageler und ich 2010-11 im Rahmen des WIFI „Management College“ einen Businessplan erstellt haben.

Das Leistungsangebot besteht in der Begleitung von KlientInnen bei der Durchführung eines privaten Erkenntnisprojekts.

Mein Lieblingsbeispiel für das private Erkenntnisprojekt ist die Erstellung eines privaten Lebenslaufs. Wir erstellen Lebensläufe immer für Andere, meistens für potenzielle Arbeitgeber. Aber ein Lebenslauf übt auch auf uns selbst eine Wirkung aus, die einem Spiegel vergleichbar ist. Aus diesem Grund wäre es gut, als Gegengewicht zum offiziellen Lebenslauf auch einen privaten Lebenslauf zu verfassen, in dem nur jene Handlungen und Vorkommnisse aufgelistet sind, die für uns persönlich von Bedeutung sind. Ein solcher Lebenslauf könnte uns dabei helfen, verzerrte Bewertungen wieder zurechtzurücken und denjenigen von unseren Erfahrungen Wert zuzuschreiben, die wir auch tatsächlich hochschätzen wollen.

Moralische Unterstützung

In dem Leistungsangebot unserer philosophischen Praxis waren noch weitere technische Details enthalten, welche die Wirksamkeit der philosophischen Begleitung bei privaten Erkenntnisprojekten steigern, doch darüber will ich mir hier nicht verbreitern.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist noch, dass ich die moralische Unterstützung für den wesentlichsten Aspekt des Leistungsangebots unserer projektierten philosophischen Praxis halte.

Damit meine ich, dass man zum Klienten/zur Klientin sagt: „Du hast das Bedürfnis, ein privates Erkenntnisprojekt zu verfolgen, weil du es für deine persönliche Orientierung im Leben brauchst, aber deshalb bist du nicht verrückt. Ich weiß, dass alle Welt dich für verrückt hält, weil es sich gegen alles richtet, was dir unsere Gesellschaft vorschlägt und nahelegt. Aber ich kenne dieses Bedürfnis auch, und es ist ja doch auch das eigentlich philosophische Bedürfnis!“

  1. Warum eine philosophische Schule

 

Im Teil nach der Pause las ich einige Zitate aus Stefan Meraths Buch Die Kunst seine Kunden zu lieben vor. Es ging darin um die Konkurrenzstrategie des Selbstständigen im Gegensatz zu jener des Unternehmers. Der Selbstständige muss sich nach Merath spezialisieren und nach Innovationen suchen, die so komplex sind, dass er als einziger auf dem Markt sie anbieten kann. Der Unternehmer hingegen müsse sein Unternehmenskonzept so einfach halten, dass es von Mitarbeitern umgesetzt werden kann.

Ich schloss, dass ich nach Lektüre des Buchs von Stefan Merath meinen Wunsch, eine philosophische Praxis zu eröffnen, aufgegeben habe, weil es meinem Philosophiekonzept widerspricht, aus Philosophie etwas so Komplexes zu machen, dass nur ich allein es richtig verstehen und anbieten kann.

Ganz im Gegenteil geht es mir darum, mein Philosophiekonzept – das darin besteht, dass jeder Mensch selbst philosophieren kann – möglichst weit zu verbreiten, und dafür benötige ich ein einfaches Konzept.

Wenn es mir gelingt, mein Konzept des Philosophierens zu verbreiten, dann wird der Nutzen davon sein, dass es alle Menschen, die philosophieren wollen, leichter haben werden, weil es mehr Menschen geben wird, die überhaupt verstehen, was sie tun, wenn sie philosophieren, und die in der Lage sind, auf philosophische Äußerungen adäquat zu reagieren.

  1. Aber keine Schule für Philosophie!

 

Aufgrund des Selbstständigenarguments von Stefan Merath erscheint es mir zielführender zu sein, eine philosophische Schule zu gründen als mich mit einer philosophischen Praxis selbstständig zu machen.

Eines allerdings dürft in dieser philosophischen Schule auf keinen Fall unterrichtet werden: Beschäftigung mit Philosophie! Denn unter Philosophie versteht man heute die Ersetzung des eigenen Denkens durch die Gedanken verstorbener Philosophen. In diesem Sinne ist Philosophie das absolute Gegenteil von philosophieren.

Gesucht sind also Menschen mit dem dringenden Bedürfnis zu philosophieren und einem gleichzeitigen Desinteresse an Philosophie!

Ob meine Zielgruppe das verstehen wird – wo sich doch die Menschen so leicht vom Schein der Worte täuschen lassen?

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